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Allgemeine Informationen Unfallversicherung (Die private Unfallversicherung)

Allgemeine Informationen Unfallversicherung (Die private Unfallversicherung)

(Dieser Artikel wurde 50327 mal gelesen - Artikel erstellt von: Wegweiser-Berufsunfähigkeitsversicherung)

Die private Unfallversicherung

Da die gesetzliche Unfallversicherung nur einen gewissen Lebensbereich absichert, versichern viele die gesamte andere (Frei-)Zeit noch mit einer privaten Police, die dann im Falle einer Invalidität leistet. Die Angst vor einem Unfall ist relativ konkret und in fast allen Köpfen vorhanden. So gibt es in Deutschland ca. 30 Millionen Verträge. Tatsache ist jedoch, dass es zum Glück nur wenige trifft. Wesentlich mehr Schutz bieten daher stets Policen, die auch im Falle einer Krankheit leisten. Denn die Unfallversicherung leistet wirklich nur bei Unfall, und was ein Unfall ist, wird genau definiert.

"Private Unfallversicherung als Alternative zur Berufsunfähigkeitsversicherung?"- "Nein."

In Deutschland besitzen weit mehr Menschen eine Unfallversicherung, als eine echte Absicherung der Arbeitskraft wie die Berufs-, Erwerbsunfähigkeitsversicherung oder Schwere-Krankheiten-Versicherung (Dread-Disease-Versicherung). Klar, die Unfallpolice ist einerseits günstiger zu erhalten und andererseits ist die Gesundheitsprüfung nicht so streng. In Sachen Gesundheitsprüfung achten allerdings die meisten nicht auf den größten Stolperstein der Unfallversicherung – den Mitwirkungsanteil von Vorerkrankungen (siehe Beispiel unten). Das Risiko einer Erkrankung übersteigt das Risiko des Unfalls um ein vielfaches. Man muss daher leider feststellen, dass in Deutschland eine Vielzahl von Menschen völlig falsch versichert ist. Dies wird in einer aktuellen forsa-Umfrage des Jahres 2013 bestätigt.

Beispiel zum Mitwirkungsanteil der privaten Unfallversicherung:

Versicherungsbedingungen eines Anbieters:
"Haben Krankheiten oder Gebrechen bei der durch ein Unfallereignis verursachten Gesundheitsschädigung oder deren Folgen mitgewirkt, mindert sich im Falle einer Invalidität der Prozentsatz des Invaliditätsgrades [...] entsprechend dem Anteil der Krankheit oder des Gebrechens. Beträgt der Mitwirkungsanteil weniger als 25 %, unterbleibt jedoch die Minderung."
Unser Hinweis:
Eine Krankheit ist eine Störung von Organen mit der Folge von körperlichen, geistigen oder seelischen Veränderungen. Bei der Prüfung des Mitwirkungsanteils wird der objektiv vorhandene ärztlich festgestellt Körperzustand beurteilt, unabhängig davon, ob Ihr von einer Erkrankung Kenntnis besitzt oder Euch krank fühlt! Unter einem Gebrechen versteht man einen dauernd abnormen Gesundheitszustand, der eine einwandfreie Ausübung der normalen Körperfunktion nicht mehr zulässt.
Praxisurteil des Bundesgerichtshofs (IV ZR 70/11) aus dem Jahr 2011:
Durch einen Unfall erlitt ein Mann bei Elektroarbeiten einen Stromschlag und starb elf Tage später. Nach den Versicherungsbedingungen führten Krankheiten oder Gebrechen, die zumindest 25 % an dem Todesfall mitgewirkt haben, zu einer Reduzierung der Leistung aus der Unfallversicherung. Der Versicherte litt unter anderem vor dem Unfall an einer Herzerkrankung. Für diese Erkrankung wurde eine 50%ige Mitwirkung festgestellt. Der Versicherer musste somit nur 50% der vereinbarten Versicherungssumme bei Unfalltod zahlen.
Die häufigsten Vorerkrankungen, die zu Problemen führen können:
Herz-Kreislauf Störungen, Herz-Muskel-Schwäche, Herz-Rhythmus-Störungen, Vorschädigungen der Organe (bspw. Niere, Leber etc.), Behandlung mit Medikamenten (z.B.blutverdünnendes Medikament) wird einer Krankheit gleichgesetzt, Fettsucht, Übergewicht, künstliche Gelenke, Diabetis, Sehnenschäden...

Merke:

Bei der privaten Unfallversicherung wird im Leistungsfall geprüft, ob und welche Vorerkrankung einen Mitwirkungsanteil beim Unfallereignis hatte. Es wird also eine Gesundheitsprüfung erst im Leistungsfall gemacht. Je nach prozentualer Höhe des Mitwirkungsanteils reduzieren sich die Versicherungsleistungen. Der in den Versicherungsbedingungen vereinbarte Mitwirkungsanteil liegt in der Regel zwischen 25% und 50%. Sehr wenige Versicherer verzichten auf den Mitwirkungsanteil, stellen aber hierfür dann schon im Versicherungsantrag ausführlichere Gesundheitsfragen.

Wer sich gezielt für eine private Unfallversicherung zur Absicherung der Arbeitskraft entscheidet, trifft die falsche Entscheidung.


Was versteht man unter „Unfall“?

Ein Unfall wird (in der AUB 2000) folgendermaßen definiert: „Ein Unfall liegt vor, wenn die versichert Person durch ein plötzlich von außen auf ihren Körper wirkendes Ereignis (Unfallereignis) unfreiwillig eine Gesundheitsschädigung erleidet.“ (AUB ist eine Abkürzung für „Allgemeine Unfallversicherung Bedingungen“; jeder Police liegen diese AUB zugrunde; die zusätzliche Jahreszahl kennzeichnet die entsprechende Version; werden vom Versicherer weitere Leistungen angeboten, so sind diese in den „Besonderen Bedingungen nachzulesen“.)

Die einzelnen wichtige Begriffe seien etwas näher erläutert.

Plötzlichkeit:

Der Begriff „plötzlich“ schließt Schäden, die „allmählich“ entstehen aus. Es handelt sich also um eine zeitliche Komponente. Da das Zeitgefühl sehr relativ ist, ist das Beweisen einer Plötzlichkeit allerdings gar nicht immer einfach. Die schädigende Einwirkung soll halt so kurz sein, dass man ihr nicht mehr ausweichen konnte. (Schwierig z.B. beim Einatmen gesundheitsschädigender Dämpfe: Sind mehrere Minuten noch plötzlich?) Entscheidend bei der Plötzlichkeit ist auch, dass nur die Schäden abgesichert sind, die durch das plötzliche Ereignis entstehen. Folgeschäden, die sich daraus noch ergeben können, sind nicht abgesichert.

Ereignis muss von außen auf den Körper einwirken:

Es müssen Kräfte, die außerhalb des eigenen Körpers liegen auf den eigenen Körper Einfluss nehmen. Das können unterschiedlichste Einwirkungen sein, mechanischer, chemischer (z.B. Gas), thermischer, elektrischer oder sonst irgendwelcher Art. Es können sogar eigene Bewegungen des Versicherungsnehmers sein. Wichtig ist hier, dass der Schaden im Zusammenspiel mit einer Einwirkung der Außenwelt zustande kam. Beispiel: Umknicken des Fußes aufgrund eines Schlagloches (oder Bodenunebenheit allgemein). Es steht allerdings nicht jede Eigenbewegung unter Versicherungsschutz. Keine Leistungen gibt es bei Gesundheitsschäden, die bei einer Eigenbewegung mit regulärem Verlauf entstanden sind. Beispiele hierfür: Halten einer Leiter (AG Stuttgart), Anziehen einer Schraube (OLG Karlsruhe, Herausreißen eines Strauches (OLG Hamm), Tennisspieler streckt sich sehr heftig, um hohen Ball zu erreichen (LG Berlin). Diese Beispiele machen deutlich, dass insbesondere im Bereich der Eigenbewegung nicht immer sofort feststellbar ist, ob ein Unfall vorliegt oder eben nicht. Hier muss stets der Einzelfall genau beleuchtet werden. Geklärt werden muss, ob eine Tätigkeit einen regulären Verlauf nahm oder ob der das Unfallereignis auslösende Gegenstand einen irregulären Verlauf ausgelöst hat, der vom Versicherungsnehmer nicht beherrscht werden konnte. Noch ein klassisches Beispiel zur Verdeutlichung: Zwei Männer A und B heben einen schweren Gegenstand hoch. A verletzt sich beim Anheben à kein Versicherungsschutz, denn regulärer Verlauf. A lässt nun den schweren Gegenstand fallen und so verletzt sich auch B à Versicherungsschutz, denn durch das Loslassen entwickelt das Geschehen eine Eigendynamik, der B sich nicht widersetzen kann. Es entsteht ein irregulärer Verlauf, Plötzlichkeit und Einwirkung von außen sind gegeben.

Auch innere Vorgänge sind nicht versichert. Hierzu zählen Gesundheitsschädigungen, die infolge Anstrengung, Kraftanstrengung, und Überanstrengung zustande kamen. Seit der AUB 2000 gibt es jedoch einen erweiterten Unfallbegriff. So liegt ein Unfall vor, wenn durch eine „erhöhte Kraftanstrengung“ an Gliedmaßen oder Wirbelsäule Ein Gelenk verrenkt wird oder Muskeln, Sehnen, Bänder oder Kapseln gezerrt oder zerrissen werden. Es wird als „Kraftanstrengung“ und „erhöhte Kraftanstrengung“ unterschieden. Nicht versichert sind jedoch Knorpel. So kommt es zu keiner Leistung bei Schäden an Bandscheiben oder am Meniskus, auch wenn diese mit einer vorausgehenden erhöhten Kraftanstrengung begründet werden. Sollten natürlich die Voraussetzungen Plötzlichkeit, Einwirkung von Außen und Unfreiwilligkeit erfüllt sein, dann besteht eindeutig ein Unfall.

Unfreiwillige Gesundheitsschädigung:

Freiwillige Gesundheitsschädigungen sind Selbstverstümmelung und Selbstmord bzw. Selbstmordversuch. Das bedeutet, dass das Unfallereignis nicht durch Vorsatz herbeigeführt werden durfte. Fahrlässigkeit ist also versichert. Da die Rettung eines Menschen ggf. bewusst zu einer Gesundheitsschädigung führen kann, wären dabei entstandene Schäden nicht versichert. Gemäß der Ziffer I der „Leistungserweiterungen und Leistungsverbesserungen zu den AUB 2000“ gelten derartige Gesundheitsschäden jedoch als unfreiwillig und somit steht hier der Versicherer in der Leistungspflicht.

Ausschlüsse

Nicht alles wird versichert. Wie bei jedem privaten Versicherungsvertrag gibt es auch bei der privaten Unfallversicherung eine Liste definierter Ausschlüsse. Das ist das sog. Kleingedruckte und sollte bei einem guten Beratungsgespräch dem Versicherungsnehmer dargestellt werden. Die Ausschlüsse werden laut AUB 99 in 4 Gruppen eingeteilt:

  • Unfälle durch Geistes- oder Bewusstseinsstörung: Beispiele sind Trunkenheit, Schlaganfälle, Epileptische Anfälle oder andere Krampfanfälle. Bei Genuss von Rauschmitteln besteht natürlich ein Ausschlusstatbestand. Bei Genuss von Alkohol kommt es jedoch ein bisschen auf die Menge an. So kommt es hier zum Ausschluss bei einem Blutalkoholgehalt von 1,1 Promille bei KFZ-Führern, 1,6 Promille bei Radfahrern und 2,0 Promille bei Beifahrern und Fußgängern.
  • Unfälle infolge einer vorsätzlich ausgeführten oder versuchten Straftat: Hiervon betroffen sind Unfälle während rechtswidrigen Handlungen.
  • Unfälle, die unmittelbar oder mittelbar durch Kriegs- oder Bürgerkriegsereignisse verursacht sind: Versicherungsschutz wird jedoch gewährt, wenn der Versicherungsnehmer auf Reisen von solchen Ereignissen überrascht wird. Bezüglich bestimmter Waffenarten (z.B. ABC-Waffen) gibt es jedoch auch hier wieder Ausschlüsse. Wird ein Versicherungsnehmer unschuldig Opfer eines Anschlages auf ein Verkehrsflugzeuges, wird Versicherungsschutz gewährt.
  • Unfälle mit Luftfahrzeugen als Luftfahrzeugführer (auch Luftsportgeräteführer), soweit er nach deutschem Recht dafür eine Erlaubnis benötigt, als sonstiges Besatzungsmitglied oder bei einer dabei auszuübenden beruflichen Tätigkeit sowie bei der Benutzung von Raumfahrzeugen.
  • Unfälle bei Teilnahme an Rennveranstaltungen und zugehörigen Übungsfahrten mit Motorfahrzeugen, bei denen es auf die Erzielung von Höchstgeschwindigkeiten ankommt.
  • Unfälle, die unmittelbar oder mittelbar durch Kernenergie verursacht sind.

Gesundheitsschädigungen

  • Gesundheitsschädigungen durch Strahlen: Bloße Hitzeeinwirkung ist dabei von einer Strahleneinwirkung zu unterscheiden. Nach den „Leistungserweiterungen und Leistungsverbesserungen zu den AUB 2000“ sind auch Gesundheitsschädigungen durch Röntgen-, Laser- und künstlich erzeugte ultraviolette Strahlen versichert, wenn es zu Unfällen im Sinne des definierten Unfallbegriffes kommt. Es gibt allerdings eine Röntgenklausel die beinhaltet, dass Berufskrankheiten, die durch regelmäßiges Hantieren von z.B. Röntgenapparaten entstehen, keine Unfälle sind.
  • Gesundheitsschädigungen durch Eingriffe oder Heilmaßnahmen: Dieser Ausschluss gilt nicht, wenn die Maßnahmen aufgrund eines Unfalles erforderlich waren.
  • Infektionen: Infektionen werden als Krankheiten betrachtet und nicht als Unfälle. Versichert sind sie nur, wenn sie durch einen Unfall entstanden sind. Auch gibt es einige Kinderunfallversicherungen, die zusätzlich die Krankheitsfolgen einer Infektion, insbesondere die Folgen eines Zeckenbisses mit absichern. Für bestimmte Berufe gilt dieser Ausschluss nicht. Diese sind z.B. Mediziner, Krankenpfleger, Hebammen oder auch Chemiker. Man sollte also unbedingt beim Berater vor Abschluss einer Unfallversicherung abklären, ob man unter die sog. Infektionsklausel fällt, denn dann sind die Infektionen unter bestimmten Bedingungen mit versichert.
  • Vergiftungen infolge Einnahme fester oder flüssiger Stoffe durch den Schlund: Hier gelten wiederum für Kinder etwas andere Regeln. So sind diese versichert, sofern sie das 10. Lebensjahr noch nicht erreicht haben und die Vergiftung nicht durch Nahrungsmittel zustande kam.

Teilausschlüsse:

Teilausschlüsse gelten nicht zwingend. Sind bestimmte Voraussetzungen gegeben, wird Versicherungsschutz gewährt. Bauch- und Unterleibsbrüche: Sie gehören zu den Ausschlüssen, weil sie in der Regel durch anlagebedingte Bindgewebsschwächen entstehen. Entstehen sie jedoch durch einen Unfall und somit durch eine Einwirkung von außen, dann besteht Versicherungsschutz. Schädigungen an Bandscheiben sowie Blutungen aus inneren Organen und Gehirnblutungen: Versicherungsschutz besteht nur, wenn die Ursachen zu mehr als der Hälfte auf das Unfallereignis zurückzuführen sind. Psychische Reaktionen: Dies betrifft krankhafte Störungen infolge psychischer Reaktionen, auch wenn diese durch einen Unfall verursacht wurden. Man nennt dies die Neurose- oder Psychoklausel. Will ein Versicherungsnehmer eine Leistung einklagen, so liegt die Beweislast voll und ganz bei ihm. Der Versicherungsnehmer muss also beweisen, dass ein nach Versicherungsbedingungen definierter Unfall stattgefunden hat und die entstanden Gesundheitsschädigungen durch diese Unfall entstanden sind. Bei all diesen Ausschlüssen ist das oft nicht einfach. Besonders schwierig wird es, wenn es zu einem Todesfall kommt, denn hier ist zu Beweisen, dass der Unfall nicht aufgrund einer vorhergehenden gesundheitlichen Beeinträchtigung zustande kam. So besteht z.B. keine Leistungspflicht, wenn ein Unfall infolge eines Herzinfarktes passierte oder aufgrund eines Sekundentodes. Dies macht wiederum deutlich, dass die Absicherung durch eine Unfallversicherung nur sehr eingeschränkt ist. Deutlich umfangreicher sind Berufsunfähigkeitspolicen, die auch das Krankheitsrisiko mit absichern.

Leistungsarten

Das eigentliche Risiko, das es zu versichern gilt, ist der Invaliditätsfall. Dieser kann als alleinige Leistung versichert werden, entweder durch eine einmalige Invaliditätssumme oder auch durch eine Rentenzahlung. In Verbindung mit der Invaliditätssumme können noch weitere Zusätze abgesichert werden, sofern man dies wünscht. Diese Zusätze sind: Übergangsleistung, Tagegeld, Krankenhaustagegeld. Genesungsgeld, Todesfallleistung oder Sonstiges wie z.B. Kosten bei kosmetischen Operationen oder Bergungskosten. Natürlich wird nur geleistet bei einem Unfall. Sollte für jemanden eine Leistung wie das Tagegeld ein elementar wichtiger Schutz sein (z.B. für viele Selbständige), dann sollte man sich besser für eine allgemeine Tagegeldversicherung entscheiden, denn diese leistet nicht nur bei Unfall, sondern auch bei Krankheit und der Krankheitsfall tritt in der Regel wesentlich häufiger auf als ein Unfallsfall. Die Zusätze zur Unfallversicherung sind somit nicht sehr wichtig und man sollte sich gut überlegen, ob es sinnvoll ist, diese in einem Vertrag mit einzuschließen.

Die Leistungen im Einzelnen:

Invaliditätssumme: Invalidität ist eine dauernde Beeinträchtigung. Dabei kann sowohl die physische als auch die psychische Leistungsfähigkeit beeinträchtigt sein. Zudem ist es unerheblich, ob die verunfallte Person noch einer Arbeit nachgehen kann oder nicht. Voraussetzung für die Leistung ist, dass die Invalidität innerhalb eines Jahres nach den Unfall aufgetreten ist und vom Unfall her rührt. Die ärztliche Feststellung der Invalidität hat innerhalb von 15 Monaten nach dem Unfall zu erfolgen. Hintergrund dieser 15 Monate-Frist ist, dass sich das Versicherungsnehmen dagegen absichern will, für schwer aufklärbare Spätschäden aufzukommen. Die ärztliche Invaliditätsfeststellung muss die Ursache der Invalidität und die voraussichtliche Dauer der Beeinträchtigung enthalten. Dabei muss mit einer dauernden Schädigung gerechnet werden. Die Höhe der Leistung richtet sich dann nach dem Grad der Invalidität. Dabei wird zuerst nach der Gliedertaxe bewertet. Maßgebend ist dabei der Sitz des unfallbedingten Funktionsausfalles.

Tabelle Gliedertaxe:

Verlust oder Funktionsunfähigkeit von: Invaliditätsgrad einem Auge 50%
beiden Augen 100%
Geruch 10%
Geschmack 5%
einer Hand 55%
dem Daumen 20%
dem Zeigefinger 10%
einem anderen Finger 5%
dem Bein über der Mitte des Oberschenkels 70%
dem Bein bis zur Mitte des Oberschenkels 60%
dem Bein bis unterhalb des Knies 50%
dem Bein bis zur Mitte des Unterschenkels 45%
dem Gehör auf einem Ohr 30%
dem Gehör auf beiden Ohren 60%
dem Arm (im Schultergelenk) 70%
dem Arm bis oberhalb des Ellenbogengelenkes 65%
dem Arm bis unterhalb des Ellenbogengelenkes 60%
dem Fuß (im Fußgelenk) 40%
der große Zehe 5%
einer anderen Zehe 2%

Bei Händen und Armen gibt es noch Unterschiede bei Rechts- und Linkshändern. Zudem gibt es eine verbesserte Gliedertaxe für Heilberufe. Kann nicht nach der Gliedertaxe bewertet werden spricht man von einem sog. Nicht-Gliedertax-Fall. Dann wird nach ärztlichem Ermessen verfahren. Gibt es mehrere Beeinträchtigungen, so werden diese addiert. Es kann dabei jedoch der Wert von 100% nicht überschritten werden. Tritt innerhalb eines Jahres der Tod des Versicherungsnehmers ein, besteht kein Anspruch auf die Invaliditätsleistung. Ist eine Todesfallleistung mitversichert, erhält man diese vereinbarte Summe. Es werden nie Invaliditäts- und Todesfallsumme nebeneinander geleistet. Für die Leistung der Invaliditätssumme kann eine Progression vereinbart werden. In Abhängigkeit vom Invaliditätsgrad erhöht sich dann die Invaliditätssumme. Ist eine Unfallrente vereinbart, muss der Invaliditätsgrad in der Regel 50% betragen. Die Invalidität wird in bestimmten Abständen vom Versicherer nachgeprüft. Die Rentenzahlung erfolgt dann bis zum Ende der Invalidität oder bis der Versicherungsnehmer stirbt.

Übergangsleistung

Die Übergangsleistung soll zur Überbrückung bis zur Invaliditätsleistung und als Kapital für Reha-Leistungen dienen. Sie wird entweder voll oder gar nicht geleistet. Voraussetzungen sind, ein Unfall, eine bereits 6 Monate ununterbrochen andauernde Beeinträchtigung und eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit von 50%. Nach der AUB 2000 wird bei Schwerstverletzungen wie z.B. eine Querschnittslähmung oder extremen Verbrennung sofort geleistet.

Tagegeld und Krankenhaustagegeld

Das Tagegeld dient zur Überbrückung eines Einkommensverlustes. Geleistet wird für die Dauer der ärztlichen Behandlung, längstens jedoch für ein Jahr. Das Krankenhaustagegeld wird für die Dauer eines Krankenhausaufenthaltes geleistet, längstes für 5 Jahre. Dabei gilt ein Aufenthalt in einem Sanatorium oder einer Kuranstalt nicht als Krankenhaus. Zusätzlich gibt es die Möglichkeit „Krankenhaustagegeld plus Genesungsgeld“ zu versichern. Es soll erholungsbedingte Zusatzkosten abdecken.

Todesfallleistung

Diese wird geleistet, wenn die Folgen des Unfalls innerhalb eines Jahres zum Tode des Versicherungsnehmers führen.

Versicherungsformen

Unfallversicherungen werden in verschiedenen Formen angeboten.

Kinder-Unfallversicherung:

Für Kinder bis zum 16. Lebensjahr kann eine Kinder-Unfallversicherung abgeschlossen werden. Da Kinder nur einen sehr eingeschränkten Schutz durch die gesetzliche Unfallversicherung genießen (nur z.B. in Kindergarten, Hort oder Schule oder auf den direkten Wegen dorthin und nach Hause), ist es durchaus sinnvoll, die gesamte andere Freizeit durch eine private Police abzusichern. Es zeigt sich allerdings auch bei Kindern, dass es zum Glück kaum Unfälle gibt, die eine dauernde Invalidität nach sich ziehen.
Das Risiko einer Invalidität durch Unfall ist somit ein geringes, Dennoch sollte man den Invaliditätsfall absichern, da er in der Regel enorme finanzielle Belastungen mit sich bringt. Am besten ist es einen Schutz zu vereinbaren, der zusätzlich bei einer Invalidität durch Krankheit leistet. Solche Versicherungen nennen sich dann Kinderinvaliditätsversicherungen.

Familien-Unfallversicherung:

Alle Familienmitglieder werden über einen Versicherungsschein versichert.

Senioren-Unfallversicherung:

Da die meisten Unfälle mit Invaliditätsfolge im Haushalt und im hohen Alter passieren, sollten ältere Menschen durchaus über den Abschluss einer Senioren-Unfallversicherung nachdenken. Das Risiko der Invalidität ist hier wesentlich größer als z.B. bei Kindern. Besteht bereits ein Tarif zu einer Unfallversicherung, ist es meist ausreichend (und auch wesentlich günstiger; Seniorentarife bieten zusätzliche Extras, die natürlich auch zusätzlich kosten) diesen fortlaufen zu lassen. Überprüfen Sie bei Gelegenheit, ob die bestehende Unfallversicherung ohne Altersbegrenzung ist. Eine Senioren-Unfallversicherung beinhalten meist auch Hilfeleistungen für zu Hause. Dabei ist es unerheblich, ob es zu einer dauerhaften Schädigung gekommen ist. Voraussetzung ist der Unfall. Zudem gibt es einige leistungsstarke Tarife, die z.B. grundsätzlich bei einem Oberschenkelhalsbruch leisten. Das ist wichtig, da dies eine häufige Unfallfolge bei älteren Menschen ist. Bei diesen Tarifen erhält man dann auch Leistung, wenn man ohne äußere Ursache stürzte. Eine gute Beratung ist also wichtig.

Laut Stiftung Warentest sind z.B. folgende Tarife empfehlenswert:

DBV – Boxplus Aktiv Unfall Extra
DBV-Winterthur - Boxplus Aktiv Unfall Extra
Generali – Selekta 50 Plus Unfallrente
Gerling – Exclusive 60
Haftpflichtkasse Darmstadt – S55 Plus
Ideal – Unfallrente
Stiftung Warentest

Unfallversicherung mit Prämienrückgewähr:

Bei dieser Form der Unfallversicherung werden die Prämien am Ende wieder zurückgezahlt, gleichgültig, ob ein Versicherungsfall eintrat oder nicht. Der Vertrag ist eine Kombination aus Versicherungsschutz und Sparvorgang, ähnlich der Lebensversicherung. Möglich ist dies, da sich der Versicherte über eine sehr lange Laufzeit an den Versicherer bindet und zudem sehr hohe Prämien entrichtet. Die Verbindung von Versicherungsschutz und Sparvorgang hat leider nicht nur Vorteile. Das Produkt ist unflexibel und da die Prämien sehr hoch sind, zeigt sich, dass der Kunde dazu neigt, sich zu gering zu versichern, eine zu geringe Invaliditätssumme versichert. Zudem sind die Verzinsungen am Ende der Laufzeit dann doch oft nicht so prickelnd.

Wie hoch ist das Risiko? Wer braucht eine private Unfallversicherung?

Das Risiko eines Unfalles, der so schlimm ist, dass man invalide wird, ist zum Glück nicht allzu hoch. Die Menschen in Deutschland gefährden sich weit mehr durch ungesunde Lebensweisen. Zu den Unfälle nun einige Zahlen vom Statistischen Bundesamt: 2005 waren 53% aller schwerbehinderten Menschen bereits über 65; 21% im Alter zwischen 55 und 65 und z.B. nur 2% unter 18 Jahre alt. Dabei zeigt sich, dass 83% der Behinderungen durch eine Erkrankung kamen und 5% bereits angeboren waren; nur 2% entstanden durch einen Unfall oder eine Berufskrankheit. Die größten Gefahrenbereiche für einen Unfall stellen Freizeit und Haushalt dar. Zum Vergleich Zahlen aus 1995: Unfälle mit Todesfolge in den Bereichen Haushalt und Freizeit waren in diesem Jahr 13522, Unfälle mit Todesfolge im Bereich Verkehr waren 9465. Betrachtet man die Haushaltsunfälle, so zeigt sich, dass vor allem ältere Menschen betroffen sind. Besonders bei Menschen über 65 passieren häufiger Unfälle mit schweren Folgen. Die Unfallursache sind meist Stürze. Beim Sport zeigt sich, dass es häufig bei Ballspielen zu Unfällen kommt. Auch Reiten und Inlineskaten scheinen nicht ganz ungefährlich. Das Risiko einer Invalidität durch Unfall ist nur ein recht geringes, es steigt im Alter etwas an. Kommt es zur Invalidität, ist Versicherungsschutz in den meisten Fällen elementar. Da meist eine Krankheit die Ursache für eine Invalidität ist, sollte man einen Schutz wählen, der bei Krankheit und bei Unfall leistet und diesen Schutz bietet nur eine Berufsunfähigkeitsversicherung bei Erwachsenen und eine Invaliditätsversicherung bei Kindern. Ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung oder eine Invaliditätsversicherung zu teuer oder aufgrund von Vorerkrankungen nicht zu erhalten, kann man als Alternative über den Abschluss einer Unfallversicherung nachdenken, um zumindest einen Teil des Risikos abzusichern. Bei einer Berufsunfähigkeitsversicherung endet der Berufsunfähigkeitsschutz spätestens bei einem Alter von 65. Auch dieser Personenkreis sollte überlegen, ob ein zusätzlicher Schutz gegen Unfälle nicht sinnvoll wäre. Wichtig ist hier, inwieweit bereits Schutz über die Krankenversicherung oder eine Pflegeversicherung besteht.

Tipps für den Abschluss

Wenn der Abschluss einer privaten Unfallversicherung bevorsteht, sollte man folgende Punkte im Vorfeld beachten:

Vereinbaren Sie ein hohe Versicherungssumme für den Invaliditätsfall. Tritt dieser ein, dann soll die Unfallversicherung die damit einhergehenden Einkommensverluste ausgleichen. Sinnvoll ist es, eine Progression zu vereinbaren, so dass bei entsprechend hoher Invalidität auch mehr geleistet wird. Sollten Sie der Alleinverdiener einer Familie sein, so ist das Sechsfache des Jahresbruttoeinkommens (ab 40 reicht auch das Fünffache) sinnvoll. Sämtliche Zusatzabschlüsse wie Übergansleistung oder Krankenhaustagegeld sind in der Regel nicht elementar. Überlegen Sie sich gut, ob Sie diese Zusätze wirklich mit abschließen möchten. Versichern sollte man den Notfall und nicht irgendwelche Kleinigkeiten. Gut ist es, einen Versicherer zu wählen, der Infektionen als Unfall anerkennt. Dies weitet den Versicherungsschutz erheblich aus. Reisen Sie oder sind Sie beruflich oft im Ausland? Dann achten Sie besonders darauf, wie der Versicherungsschutz für Aufenthalte im Ausland definiert ist. Gut ist ein Versicherungsschutz, der keine zeitlichen Begrenzungen definiert. Fragen Sie nach, wie der Versicherer bei Verkehrsunfällen leistet, bei denen Alkohol mit im Spiel war. Es gibt Versicherer die auch noch leisten, wenn man einen Blutalkohol von 1,0 Promille nachgewiesen bekam. Klären Sie im Vorfeld ab, wie der Versicherer mit einer Gefahrenveränderung umgeht. Leistet er ggf. nicht, wenn zu einem späteren Zeitpunkt ein Risikosport wie z.B. Tauchen oder Drachenfliegen erlernt wird? Wie sieht es auch, wenn man seinen Beruf wechselt und aufgrund dieser Tätigkeit größeren Gefahren ausgesetzt ist? Gut ist es, wenn derartige Risiken dann automatisch, ohne dass sie gemeldet werden müssen, stets mitversichert sind.

Speziell für Taucher ist wichtig, dass der Versicherer auch bei „taucher-typischen“ Gesundheitsschäden wie z.B. Caissonkrankheit (zu schnelle Druckentlastung bei zu schnellem Auftauchen) leistet. Zudem ist wichtig, dass die Kosten für eine Druckkammerbehandlung übernommen werden. Sollten Sie oft im Ausland tauchen, ist es sinnvoll abzuklären, welche Leistungen die Auslandsreise-Krankenversicherung und welche Leistungen der Unfallversicherer übernimmt.

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