Begriffserklärung: Erwerbsminderung - Berufsunfähigkeit - Erwerbsunfähigkeit

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    Schnellübersicht - Stand Mai 2015 :

    Die gesetzliche Erwerbsminderungsrente ist eine Leistung für Arbeitnehmer und für alle einheitlich im Sozialgesetzbuch (SGB) geregelt.

    Man unterscheidet zwischen Renten wegen

    • teilweiser Erwerbsminderung (Berufsunfähigkeit)
      - die täglich mögliche Arbeitszeit im eigenen oder einem anderen Beruf beträgt weniger als sechs Stunden.
      - derzeit betroffen sind 105.675 Personen
    • voller Erwerbsminderung (Erwerbsunfähigkeit)
      - die täglich mögliche Arbeitszeit im eigenen oder einem anderen Beruf beträgt weniger als drei Stunden
      - derzeit betroffen sind 1.613.671 Personen

    Jeder, der über 40 Mio. Arbeitnehmer erlangt den Anspruch auf Erwerbsminderungsrenten im Rahmen der Pflichtabgaben zur gesetzlichen Rentenversicherung, ohne Gesundheitsprüfung oder Einschränkungen bei Vorerkrankungen. Selbständige und Freiberufler sind nicht automatisch abgesichert.

    Von den über 1,7 Millionen Frührentnern sind mehr als 90 Prozent Erwerbsunfähig. Das Risiko "nur" Berufsunfähig zu werden ist entgegen der privaten Werbung also recht gering.

    Die gesetzliche Rente beträgt durchschnittlich knapp 700,- Euro Brutto monatlich und liegt unter dem Grundsicherungsniveau. Das macht die zusätzliche private Absicherung unumgänglich. Wer noch zwischen 3 und 6 Stunden täglich arbeiten kann, erhält die halbe Rente (teilweise Erwerbsminderungsrente oder Berufsunfähigkeitsrente).


    Die private Berufsunfähigkeitsrente ist individuell in den Versicherungsbedingungen des jeweiligen privaten Anbieters definiert.

    Ob Berufsunfähigkeit vorliegt wird vom Versicherungsunternehmen entschieden. Im Gegensatz zur gesetzlichen Regelung prüft der Versicherer nicht das Arbeitsvermögen in Stunden, sondern die prozentuale Einschränkung (qualitätiv und quantitativ), bezogen auf die zuletzt ausgeübte Tätigkeit. In der Regel gilt eine 50%ige Einschränkung als BU-Fall.

    Der Abschluss wird unter anderem abhängig gemacht vom Gesundheitszustand. Bestehen Vorerkrankungen oder Beschwerden muss man mit Beitragszuschlägen, Leistungsausschlüssen (ohne Beitragsnachlass) oder Ablehnung rechnen. Ein Leistungsausschluss für den Bereich dr Psyche reduziert bspw. den Versicherungsschutz um mahr als 40%, ohne dass der Beitrag sich reduziert. Von den Leistungen ausgeschlossen sind grundsätzlich auch Folgekrankheiten, der ausgeschlossenen Beschwerden.


    Die private Erwerbsunfähigkeitsrente ist individuell in den Versicherungsbedingungen des jeweiligen privaten Anbieters definiert.

    Ob Erwerbsunfähigkeit vorliegt wird vom Versicherungsunternehmen entschieden. Wie bei der gesetzlichen Regelung prüft der Versicherer das Arbeitsvermögen in Stunden. Ideal ist eine Definition, die identisch mit der gesetzlichen Regelung ist. Das Produkt ist hierdurch einfach zu verstehen und Streitfälle werden vermieden.

    Der Abschluss wird unter anderem abhängig gemacht vom Gesundheitszustand. Es gibt in Deutschland zahlreiche Anbieter, nur eine Versicherung jedoch bietet den Abschluss ohne Gesundheitsprüfung an. Mehr Info hierzu...

    Die unterschiedlichen privaten und gesetzlichen Begriffe werden immer wieder vermischt und verwechselt. Selbst in Presse- und Medienberichten werden sie öfter falsch als richtig beschrieben. Das ist schlecht, da sie sehr unterschiedliche Bedeutungen haben. Der Unterschied liegt vor allem beim Anspruch, in der Höhe der Leistungen und bei den Zugangsmöglichkeiten zum einzelnen Schutz.
    Merke:
    Der Begriff Erwerbsminderung wird ausschließlich innerhalb der gesetzlichen Absicherung angewendet. Die gesetzlichen Begriffe der Berufs- und Erwerbsunfähigkeit gibt es für alle Jahrgänge nach 1961 nicht mehr. Sie wurden bereits im Jahr 2001 durch die Begriffe teilweise- bzw. volle Erwerbsminderung ersetzt.

      Erwerbsminderung - Erwerbsunfähigkeit - Berufsunfähigkeit
      Definition der gesetzlichen Versicherung:

    Die Erwerbsminderungsrente ist Bestandteil der gesetzlichen Sozialversicherung und damit eine staatliche Absicherung gegen den teilweisen oder vollständigen Verlust der Arbeitskraft wegen Unfall, Krankheit oder Invalidität. Ansprechpartner für diese Leistungen ist die gesetzliche Rentenversicherung, die nicht nur für die Altersrenten, sondern auch für die finanzielle Unterstützung und Rehabilitation während des Berufslebens zuständig ist.

    Kommt es durch Krankheit, Unfall oder Behinderung zu vorübergehenden oder dauerhaften Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit, kann eine Erwerbsminderungsrente beantragt werden.

    Die gesetzliche Erwerbsminderungsrente ist nichts anderes als eine vorgezogene Altersrente mit Abschlägen. Oft spricht man auch von "Frührente".

    Ursprünglich war diese Arbeitskraftabsicherung der entscheidende Teil der Rentenversicherung. Die Altersabsicherung spielte eine weniger wichtige Rolle, da die Menschen früher gestorben sind und dementsprechend nicht lange ihre Altersrente bezogen haben. Das hat sich gewandelt. Heute steht die Altersabsicherung stärker im Vordergrund (demographische Veränderung, früherer Beginn des Ruhestandes, wir werden viel älter). Es kam zu einer Verschiebung und mit dem Bedeutungszuwachs der Altersrente kamen stetige Leistungseinschränkungen bzw. Kürzungen beim Invaliditätsschutz.

    Die Deutsche Rentenversicherung zahlt Renten wegen Alters, wegen Erwerbsminderung oder wegen Todes.

    Vielen ist nicht bewusst, dass der Schutz bei einer Erwerbsminderung Bestandteil der Rentenversicherung ist. Grund hierfür ist vor allem, dass wir ein einheitlichen Beitragssatz (derzeit 18,9 Prozent) für die gesetzliche Rentenversicherung zahlen. Dieser wird vom Bruttogehalt einbehalten, was jeder Arbeitnehmer an seiner monatlichen Gehalts-/Verdienstabrechnung erkennt. Arbeitnehmer und Arbeitgeber zahlen diesen Beitrag je zur Hälfte. Der gesetzlichen Rentenversicherung gehören zum größten Teil Arbeitnehmer an, da diese per Gesetz dort pflichtversichert sind. Einen Anspruch auf Erwerbsminderungsrente haben demzufolge fast ausschließlich Arbeitnehmer. Wie hoch diese Erwerbsminderungsrente ist, erfahren Arbeitnehmer über die ihre individuelle Renteninformation. Wer 27 Jahre oder älter ist und mindestens fünf Jahre Beiträge in die Rentenversicherung eingezahlt hat (s.a. Wartezeit), bekommt die Renteninformation automatisch jährlich zugeschickt.

    Am 01.01.2001 trat das „Gesetz zur Reform der Renten wegen verminderter Erwerbsfähigkeit“ in Kraft.

    Mit diesem Gesetz wurde die Erwerbsminderungsrente eingeführt. Vor dieser Gesetzesänderung 2001 erhielt man eine Berufs- oder Erwerbsunfähigkeitsrente. Die Begriffe waren wie folgt definiert: Erwerbsunfähig waren Personen, die „wegen Krankheit oder Behinderung auf nicht absehbare Zeit außerstande waren, eine Erwerbstätigkeit in gewisser Regelmäßigkeit auszuüben oder Arbeitsentgelt oder Arbeitseinkommen zu erzielen, das ein Siebtel der monatlichen Bezugsgröße übersteigt“ (§ 44 SGB VI). Für selbständig Tätige gab es keine Erwerbsunfähigkeitsrente. Die Rente entsprach in der Berechnung etwa der Altersrente. Anders die Berufsunfähigkeitsrente. Diese war wesentlich niedriger, da man hier von einem Restleistungsvermögen ausging. Sie diente als Zusatz zu einem reduzierten Arbeitseinkommen. Gab der Arbeitsmarkt keine Möglichkeit eines Hinzuverdienstes her, konnte die Berufsunfähigkeitsrente in eine Erwerbsunfähigkeitsrente umgewandelt werden. Da der Berufsschutz galt, wurde zudem betrachtet, welche Tätigkeiten für einen Hinzuverdienst oder für einen Verweisungsberuf zumutbar waren.

    Seit dem Jahr 2001 gelten für Jahrgänge nach 1961 folgende Regeln:

  • Einführung der zweistufigen EM-Rente (teilweise- oder volle Erwerbsminderung) mit individueller Einkommensanrechnung. Der Beruf ist für die Beurteilung unerheblich.
  • Entscheidend für einen Anspruch auf Leistungen ist die medizinisch festgestellte Leistungsfähigkeit in Stunden“, somit die noch mögliche Arbeitszeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt.
  • Volle Erwerbsminderungsrente erhält, wer keine 3 Stunden täglich mehr arbeiten kann. Die Rente beträgt durchschnittlich 603,75 Euro monatlich (Stand 2012). Dieser Betrag ist Brutto.
  • Teilweise Erwerbsminderungsrente erhält, wer noch täglich 3 bis 6 Stunden arbeiten kann. Wer teilweise erwerbsgemindert ist erhält die halbe EM-Rente, die früher als BU-Rente gezahlt wurde, also als Hinzuverdienst gedacht ist. Wer auf dem Arbeitsmarkt nicht vermittelbar ist (allerdings ohne Berufsschutz) erhält die volle EM-Rente (früher Erwerbsunfähigkeitsrente).
  • Wer noch 6 Stunden oder mehr täglich arbeiten kann gilt nicht als erwerbsgemindert und erhält keine Leistungen. Somit sind krankheitsbedingte Einkommenseinbußen mit geringer beruflicher Einschränkung vom Versicherten selber zu tragen bzw. privat abzusichern.
  • Die Erwerbsminderungsrente wird als Zeitrente, auf maximal 3 Jahre befristet, gezahlt. Sofern sich der Gesundheitszustand während dieser Zeit nicht gebessert hat, kann die Rente auf Antrag (vier Monate vor Ablauf der Befristung) verlängert werden. Wenn sich nach 9 Jahren zeigt, dass die Erwerbsfähigkeit nicht wiederhergestellt werden kann, wird eine unbefristete EM-Rente gezahlt.
  • Es gilt der Grundsatz „Reha vor Rente.“ Hier wird geprüft, ob bzw. welche sinnvolle Rehabilitationsmaßnahmen es gibt, welche die Erwerbsfähigkeit und den Wiedereinstieg in Berufsleben ermöglichen. Wer sich weigert bekommt keine Leistungen. Alleine im Jahr 2012 hat die Deutsche Rentenversicherung 1 Millionen medizinische Rehaleistungen finanziert (das sind 25 Prozent mehr als noch im Jahr 2005) und dafür 5,679 Milliarden Euro aufgewendet.
  • Berufsfördernde Leistungen z.B. für Weiterbildungs- und Qualifizierungsmaßnahmen werden, zum Teil mit Zuschüssen durch den Arbeitgeber, gewährt.
  • Anspruch auf EM-Rente hat, wer in den letzten 5 Jahren vor Eintritt der Erwerbsminderung 3 Jahre Pflichtbeiträge gezahlt hat und vor Eintritt der Erwerbsminderung eine Wartezeit von 5 Beitragsjahren erfüllt sein. Bei Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten gelten diese Wartezeiten nicht; hier werden dann in der Regel bereits Unfallrenten der Berufsgenossenschaften geleistet, die dann entsprechend auf die EM-Renten angerechnet werden.
  • Auch Selbständige können EM-Rente erhalten sofern Sie als "arbeitnehmerähnliche Selbständige" Pflichtbeiträge zahlen.
  • EM-Renten berechnen sich wie die Altersrenten. Es werden Entgeltpunkte berechnet; diese ergeben sich aus dem Verhältnis von persönlich versicherten Entgelt zum Durchschnittsentgelt. Wichtig bei der Berechnung der EM-Rente ist die Zurechnungszeit*, welche die fehlende Zeit zwischen Beginn Erwerbsminderung und dem 60. Geburtstag einbezieht. Bei Rente wegen teilweiser Erwerbsminderung gilt ein Rentenfaktor von 0,5, was der halben EM-Rente entspricht. Es wird für jeden Monat, in dem die EM-Rente vor dem 63. Lebensjahr gezahlt wird ein Abschlag abgezogen. Der maximale Abschlag beträgt 10,8% bei Rentenbeginn vor dem 60. Lebensjahr. Bei teilweiser EM-Rente gilt dies für die Hälfte der Entgeltpunkte und bei befristeten EM-Rente, die vor dem 60. Lebensjahr enden, gilt diese Abschlagsregelung nicht.

    *Seit 01.07.2014 wird die Zurechnungszeit um zwei Jahre erhöht. Das führt erstmals seit dem Jahr 2001 zur Erhöhung der Erwerbsminderungsrente um durchschnittlich 40 Euro monatlich.

    • Grundsicherung und Erwerbsminderung
      in der gesetzlichen Versicherung:

    Mittlerweile von großer Bedeutung ist die sog. Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung. Hier geht es unter anderem um die Sicherung für junge Menschen, die noch keine Anwartschaften (Ansprüche) erworben haben. So können Personen, die das 18. Lebensjahr vollendet haben und unabhängig von der jeweiligen Arbeitsmarktlage voll erwerbsgemindert sind, auf Antrag Leistungen der "Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung“ bekommen. Voraussetzung hierfür: Es ist unwahrscheinlich, dass die volle Erwerbsminderung behoben werden kann. Es besteht also kaum Hoffnung irgendwann wieder eine Erwerbstätigkeit aufnehmen zu können. Die Höhe dieser „bedarfsorientierten Grundsicherung“ entspricht in etwa dem Niveau der Sozialhilfe. Wer bedarfsorientierte Grundsicherung erhält, soll nach neuer Regelung (seit 01.01.05) keine Sozialhilfe mehr beantragen können.

    Liest man all diese Punkte durch, kann der Eindruck entstehen, dass man durchaus staatlich ausreichend abgesichert ist. Das ist ein Trugschluss. Betrachtet man die durchschnittlichen EM-Rente des Jahres 2012, so waren dies: 612,50 Euro für Männer und 595,-- Euro für Frauen. 640.- Euro ist schon weniger als die bedarfsorientierte Grundsicherung. Es ist also durchaus zu erwarten, dass bei weiter sinkendem Rentenniveau der gesetzlichen Rente in Zukunft immer mehr Menschen, neben einer zugesprochenen EM-Rente, zusätzlich Leistungen aus der bedarfsorientierten Grundsicherung beantragen müssen.

    Das Armutsrisiko der Empfänger einer Erwerbsminderungsrente ist deutlich höher als das der Altersrentner.
    Dies lässt sich aus der Grundsicherungsstatistik ablesen. Nur wer die gesetzliche Grundabsicherung durch einen privaten Vertrag frühzeitig aufstockt, kann dies umgehen. Dieser Handlungsbedarf besteht bekanntermaßen für die Altersrente, als auch für den Fall einer Erwerbsminderung, bestätigt der Gesetzgeber ausdrücklich.

    Die heutigen Regelungen zur Grundsicherung werfen derzeit folgendes Gerechtigkeitsproblem auf: Leistungen, die derjenige erhält, der lange Pflichtbeiträge gezahlt, sind kaum höher, als die Leistungen, die ohne geleistete Pflichtbeiträge gezahlt werden. Da dies auch rechtliche Schwierigkeiten aufwirft, muss es zu weiteren Änderungen im Sozialgesetzbuch kommen. Eine erste Reaktion ist das neue Altersvorsorge-Verbesserungsgesetz (AltvVerbG), das die steuerliche Absetzbarkeit der privat finanzierten Absicherung der Arbeitskraft ermöglichen soll. Um eine solche Absicherung bei Berufsunfähigkeit steuerlich absetzen zu können, muss das entsprechende Produkt allerdings zertifiziert werden. Diese Zertifizierung gilt als Bestätigung, dass ein Produkt die vom Gesetzgeber vorgegebenen Anforderungen erfüllt. Die Ausgestaltung der teilweise wirklich kaum umsetzbaren Anforderungen sorgt leider dafür, dass es wohl in naher Zukunft kaum einen privaten Anbieter geben wird, der einen solch steuerlich geförderten Vertrag zu akzeptablen Konditionen anbieten kann bzw. wird. Details hierzu gibt es demnächst in einem eigenen Artikel.

      Berufsunfähigkeit und Erwerbsunfähigkeit
      Definition der privaten Versicherung:

    Private Versicherungen sind keine Sozialversicherungen. Dementsprechend basieren die Absicherungen gegen Berufs- und Erwerbsunfähigkeit auf anderen Prinzipien. Es werden Verträge geschlossen zwischen Versicherten und Versicherungsgesellschaft, die auf dem Versicherungsvertragsgesetz basieren. Die Versicherungsgesellschaften sind dabei bestrebt, gute Gewinne zu erzielen. Dieses Prinzip der Gewinnmaximierung widerspricht nicht den Möglichkeiten, sich mit privaten Versicherungsunternehmen gut abzusichern.

    Im Gegensatz zur gesetzlichen Regelung ist ein privater Vertrag immer individuell. Jedem BU-Vertrag liegen individuelle Vertrags- bzw. Tarifbedingungen zugrunde, obwohl das Produkt immer den Namen Berufsunfähigkeitsversicherung trägt. Das macht die ganze Thematik hochkompliziert. Die Versicherungen begründen diese Unterschiede mit einer unterschiedlichen Bedarfssituation des einzelnen, was gelinde gesagt ein Witz ist.

    Den Begriff der Erwerbsminderung gibt es in der privaten Versicherungswirtschaft nicht. Anbieter von privaten Berufs- und Erwerbsunfähigkeitsversicherungen sind Lebensversicherer. Sie definieren in ihren Tarifbedingungen (meist in §2) was unter Berufs- oder Erwerbsunfähigkeit zu verstehen ist. Berufsunfähigkeit ist in der privaten Versicherungsgesellschaft also das, was in den individuellen Versicherungsbedingungen des einzelnen Tarifs beschrieben wird. Als Ursachen gelten stets Krankheit, Körperverletzung und Kräfteverfall und aufgrund dieser darf man seinen Beruf nicht mehr ausüben können. Die Definitionen unterscheiden sich zum Teil enorm, z.B. bezüglich der Dauer, die man voraussichtlich den Beruf nicht mehr ausüben kann. Diese variiert von 6 Monaten über 3 Jahre bis hin zu dauerhaft. Wie liest sich so eine Definition? Hier sind zwei Beispiele:

    Berufsunfähigkeitsdefinitionen in der privaten Versicherung - 2 Beispiele:

    Beispiel 1
    „Vollständige Berufsunfähigkeit liegt vor, wenn die versicherte Person infolge Krankheit, Körperverletzung oder Kräfteverfalls, die ärztlich nachzuweisen sind, voraussichtlich mindestens 6 Monate außerstande ist, ihren Beruf, so wie er ohne gesundheitliche Beeinträchtigung ausgestaltet war, auszuüben.“

    Beispiel 2
    „Berufsunfähigkeit liegt vor, wenn die versicherte Person infolge Krankheit, Körperverletzung oder Kräfteverfalls, die ärztlich nachzuweisen sind, voraussichtlich dauernd zu mindestens 50% außer Stande ist, ihren zuletzt ausgeübten Beruf, wie er ohne gesundheitliche Beeinträchtigung ausgestaltet war, auszuüben. Ist die Dauerhaftigkeit noch nicht sicher zu bewerten, dann ist es ausreichend, wenn der Dauerzustand voraussichtlich mindestens sechs Monate ab dem Prognosezeitpunkt gegeben ist.“

    Ein Prognosezeitraum von 6 Monaten ist dabei als sehr positiv zu bewerten, da viele Berufsunfähigkeiten nicht wirklich dauerhaft sind. Bei vielen Krankheiten oder Unfällen ist nach einer Rehabilitation nach 1 bis 2 Jahren die Wiedereingliederung in den Beruf möglich. Ist ein Prognosezeitraum von 6 Monaten definiert, erhält man auch für diese kurze Dauer die vereinbarte BU-Rente. Übrigens: Wechselt man den Beruf, dann wird dieser automatisch zum versicherten Beruf. Ob dies aber sicher so gilt, sollte man vor Abschluss unbedingt erfragen und sich zeigen lassen, wo und wie dies in den Bedingungen enthalten und beschrieben ist.

    Erwerbsunfähigkeitsdefinitionen in der privaten Versicherung

    Für die private Erwerbsunfähigkeit gilt das Gleiche, wie für die Berufsunfähigkeitsversicherung. Über Versicherungsbedingungen (meist §2) wird definiert, was unter dem Begriff Erwerbsunfähigkeit zu verstehen ist. Der große Unterschied zwischen Erwerbsunfähigkeit und Berufsunfähigkeit ist dabei ganz einfach folgender: Bei einer Berufsunfähigkeitsversicherung sichere ich mich gegen das Risiko ab, meinem individuellen Beruf nicht mehr nachgehen zu können. Bei der Erwerbsunfähigkeitsversicherung sichere ich mich gegen das Risiko ab keinem Erwerb oberhalb einer definierten Zeitgrenze mehr nachgehen zu können. Einfacher als in der BU wird diese Grenze in der Erwerbsunfähigkeitsversicherung heutzutage in Stunden und nicht in Prozent beurteilt. Das Produkt steht also der gesetzlichen Absicherung von der Leistungsdefinition wesentlich näher, ist teilweise sogar identisch und insofern sogar als moderner zu bezeichnen. Ein Definitionsbeispiel: Für die private Erwerbsunfähigkeit gilt das Gleiche, wie für die Berufsunfähigkeitsversicherung. Über Versicherungsbedingungen (meist §2) wird definiert, was unter dem Begriff Erwerbsunfähigkeit zu verstehen ist. Der große Unterschied zwischen Erwerbsunfähigkeit und Berufsunfähigkeit ist dabei ganz einfach folgender: Bei einer Berufsunfähigkeitsversicherung sichere ich mich gegen das Risiko ab, meinem individuellen Beruf nicht mehr nachgehen zu können. Bei der Erwerbsunfähigkeitsversicherung sichere ich mich gegen das Risiko ab keinem Erwerb oberhalb einer definierten Zeitgrenze mehr nachgehen zu können. Einfacher als in der BU wird diese Grenze in der Erwerbsunfähigkeitsversicherung heutzutage in Stunden und nicht in Prozent beurteilt. Das Produkt steht also der gesetzlichen Absicherung von der Leistungsdefinition wesentlich näher, ist teilweise sogar identisch und insofern sogar als moderner zu bezeichnen. Ein Definitionsbeispiel:

    „Erwerbsunfähigkeit liegt vor, wenn die versicherte Person infolge Krankheit, Körperverletzung oder Kräfteverfalls, die ärztlich nachzuweisen sind, voraussichtlich 3 Jahre außer Stande ist, mindestens 2 Stunden täglich irgendeiner Erwerbstätigkeit nachzugehen.“

    Besser wäre folgende Definition:

    Diese 3 Stunden-Definition basiert auf der gesetzlichen Regelung der vollen Erwerbsminderung und macht das Produkt verständlicher und auch rechtssicherer. Als Erwerbstätigkeit gelten alle Tätigkeiten, die auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt üblich sind. Der zuletzt ausgeübte Beruf, die erworbenen Kenntnisse und Fähigkeiten, die bisherige Lebensstellung, insbesondere das bisherige berufliche Einkommen und die jeweilige Arbeitsmarktlage bleiben unberücksichtigt. Wer also den Bescheid über die Erwerbsminderungsrente der gesetzlichen Rentenversicherung schon in der Tasche hat, der hat bessere Karten die private EU-Rente zu bekommen als die private BU-Rente.

    Fazit

    Betrachtet man die Unterschiede zwischen der gesetzlichen Erwerbsminderungsrente mit einer privat abgesicherten Berufsunfähigkeits- oder Erwerbsunfähigkeitsversicherung wird deutlich, dass nur die Berufsunfähigkeitsrente tatsächlich Berufsschutz bietet. Man kann die BU somit auch als Karriereversicherung bezeichnen, was ein gewisser Luxus ist. Über den gesetzlichen Schutz bei Erwerbsminderung und auch über die private Erwerbsunfähigkeitsversicherung wird Eure Leistungsfähigkeit im allgemeinen Sinn absichert, unabhängig vom momentan ausgeübten Beruf. Betrachtet man noch die Höhe der tatsächlich ausgezahlten gesetzlichen Erwerbsminderungsrenten, dann wird deutlich, wie wichtig der Abschluss einer zusätzlichen Versicherung ist. Nur eine private Vorsorge kann Schutz vor sozialem Absturz bei Verlust der Arbeitskraft bieten. Es gibt natürlich Berufe, die ein wesentlich größeres Risiko einer Berufsunfähigkeit bergen als anderen. So ist eine Krankenschwester oder ein Dachdecker weit mehr gefährdet als ein Notar oder ein Maschinenbauingenieur. Allgemein kann man sagen, dass Menschen mit einer akademischen Ausbildung weniger gefährdet sind als Menschen, die körperlich arbeiten bzw. keine so hohe Ausbildung mitbringen. Das hat diverse Gründe wie z.B. bewusste bzw. gesunde Lebensweise und Ernährung, Grad der körperlichen Abnutzungen bei der Arbeit, Rauchen, die Arbeitsbedingungen oder gegebene Voraussetzungen zum Weiterbilden. Dennoch ist auch ein akademischer Abschluss keine Garantie für Gesundheit bis zum Renteneintritt. Stichwort Psyche oder Burnout. Somit gilt, dass sich jeder dem Thema der privaten Zusatzabsicherung frühzeitig stellen muss.

      Gründe für Erwerbsminderung bzw. Berufsunfähigkeit
      gemäß den gesetzlichen Statistiken:

    Pro Jahr müssen etwa 180.000 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer Ihren Beruf ganz oder teilweise aus gesundheitlichen Gründen aufgeben. Die Gründe variieren dabei geschlechtsspezifisch.

    Die häufigsten Krankheitsursachen bei den Frauen waren 2013: (in abnehmender Reihenfolge)

  • Psychische Erkrankungen (48,5 Prozent - fast jeder zweite Fall)
  • Skelett / Muskel / Bindegewebe (13,5 Prozent)
  • Neubildungen (12,7 Prozent)
  • Herz- und Kreislauferkrankungen (5,6 Prozent)
  • Stoffwechsel und Verdauung

    Vor 10 Jahren sah die Verteilung noch anders aus. Da waren am häufigsten Erkrankungen im Bereich Skelett / Muskel / Bindegewebe, am zweithäufigsten psychische Erkrankungen, an dritter Stelle Herz- und Kreislauferkrankungen und an vierte Stelle Neubildungen. Erkrankungen im Bereich Stoffwechsel und Verdauung nahmen etwas ab. Neubildungen blieben in etwa gleich, Erkrankungen im Bereich Skelett / Muskel / Bindegewebe und Herz- und Kreislauferkrankungen nahmen ab und psychische Erkrankungen nahmen zu.

    Die häufigsten Krankheitsursachen bei Männern waren 2013: (in abnehmender Reihenfolge)

  • Psychische Erkrankungen (35,9 Prozent)
  • Skelett / Muskel / Bindegewebe (13,8 Prozent)
  • Herz- und Kreislauferkrankungen (13,5)
  • Neubildungen (12,6)
  • Stoffwechsel und Verdauung

    Auch hier sah das Bild vor 10 Jahren noch anders aus. So gab es wesentlich mehr männliche Arbeitnehmer, die den Beruf aufgeben mussten. Die Zahl der Krankheitsfälle nahm ab und zwar stark bei den Erkrankungen im Bereich Skelett / Muskel / Bindegewebe (damals Nummer 1) und bei den Herz- und Kreislauferkrankungen (damals Nummer 3). Neubildungen blieben in etwa unverändert, Erkrankungen im Bereich Stoffwechsel und Verdauung nahmen etwas ab. Auffällig auch hier die Zunahme bei den psychischen Erkrankungen. Quelle für diese Zahlen: Deutsche Rentenversicherung Bund, Rentenversicherung in Zeitreihen 2013

    Unfallverletzungen nehmen einen relativ kleinen Teil ein. Man kann sagen, dass in etwa jeder 10. BU-Fall durch einen Unfall verursacht wurde. 9 von 10 Fällen gehen somit auf eine Erkrankung zurück.

    • Gesetzliche Erwerbsminderungsrente und Hinzuverdienst


    Wer eine Erwerbsminderungsrente (EM-Rente) erhält, benötigt zwangsläufig einen Hinzuverdienst, sofern er seine Einkommenseinbußen nicht privat abgesichert hat. Bei Erhalt einer teilweisen Erwerbsminderungsrente geht man sogar davon aus, dass der EM-Rentner noch einer Tätigkeit nachgeht. Denn in diesem Fall wurde ja festgestellt, dass Ihr weiterhin zwischen 3 und 6 Stunden täglich arbeiten könntet.

    Doch egal ob teilweise oder volle EM-Rente – Ihr müsst vorgegebene Hinzuverdienstgrenzen beachten. Werden diese überschritten, wird Eure EM-Rente entsprechend gekürzt. Hinzuverdienst ist sowohl Einkommen aus selbständiger Tätigkeit oder auch aus angestellten Verhältnissen. Seit 01.01.2008 gilt ein einheitlicher Wert für neue wie alte Bundesländer, das ist jetzt angeglichen. Die monatliche Hinzuverdienstgrenze liegt heute (2014) bei 450,-- Euro brutto. Zu beachten ist noch die Anzahl der Arbeitsstunden, denn wird der Hinzuverdienst mit einer wöchentlichen Arbeitszeit von 15 Stunden oder mehr erzielt, wird der Rentenversicherungsträger prüfen, ob die festgestellte Erwerbsminderung tatsächlich noch weiter vorliegt. Die rentenunschädliche Hinzuverdienstgrenze von 450.- EURO brutto bezieht sich den Erhalt einer vollen EM-Rente. Erhält man eine teilweise EM-Rente, wird davon ausgegangen, dass der Rentenempfänger noch im Stande ist, selbst etwas dazuzuverdienen. Wie viel man dann tatsächlich dazuverdienen darf, errechnet der Rentenversicherungsträger individuell für jeden Einzelfall. Hier gibt es keine festen Werte, da die Entgeltpunkte der letzten 3 Kalenderjahre in die Berechnung mit einfließen.

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    Berufsunfähigkeitsversicherung