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Das gute Geschäft mit Berufsunfähigkeitsschutz und dem Verkauf von 58 Testsiegern der Stiftung Warentest (Finanztest)

Das gute Geschäft mit Berufsunfähigkeitsschutz und dem Verkauf von 58 Testsiegern der Stiftung Warentest (Finanztest)

(Dieser Artikel wurde 37938 mal gelesen - Artikel erstellt von: Wegweiser-Berufsunfähigkeitsversicherung)

Die Stiftung Warentest (Finanztest) musste zuletzt für Ihre BU-Testergenisse(07/2013 und 08/2015) viel Kritik von unabhängigen Vermittlern und Ratingagenturen einstecken. Hintergrund hierfür ist das aus Sicht vieler Experten viel zu flache Anforderungsprofil an die getesteten Tarife. Lediglich wenige Punkte müssen in den Versicherungsbedingungen dieses komplexen Produktes erfüllt sein, um die Höchstbewertung „sehr gut“ zu erhalten. Im Ergebnis erhielten 58 von 75 BU-Tarife (bzw. 40 von 70 beim Test 2015) die Note „sehr gut“. Schlechteste Note war befriedigend. Ein Anbieter, der einen inakzeptablen Ausschluss in seinen Versicherungsbedingungen verankert hat, kam ohne Benotung weg.

Auch vor dem Hintergrund, dass die Tester allen BU-Interessenten ihre eigens entwickelte Checkliste, das „23-Punkte-Programm“ (mit zahlreichen Unterpunkten) ans Herz legt, muss sich der aufmerksame Beobachter die Frage stellen, warum der aktuelle BU-Test nicht auf Grundlage dieser sehr hilfreichen Checkliste durchgeführt wurde? Überträgt man die Anforderungen der Checkliste auf den aktuellsten Test, gerät man schnell ins Grübeln, denn das Ergebnis wäre ein völlig anderes gewesen.

Durch das neue Logo-Lizenzmodell der Stiftung Warentest, welches den Testsiegern, also den Versicherern, gegen hohe Gebühren erlaubt mit dem Urteil der Stiftung Warentest zu werben, ergibt sich ein unangenehmer Nebengeschmack. Das Siegel der Stiftung Warentest erzeugt beim Verbraucher noch immer Vertrauen, und wer seine Produkte mit „sehr gut“ bewerben kann, kurbelt die Umsätze an. Kann auch Finanztest dem guten Geschäft mit der Berufsunfähigkeitsversicherung nicht mehr widerstehen?

Eine wahre Flut von Testsiegern fiel im Bereich der Zahnzusatzversicherung bereits dem anerkannten Spezialisten Hans Waizmann auf, der dies im Mai 2012 in einem Fachartikel kommunizierte.

Unsere Meinung: „Anstatt Verbrauchern fachlich zweifelhafte Tarifempfehlungen ohne jegliche Differenzierungen zu geben, für die keinerlei Haftung übernommen wird, sollte sich die Stiftung Warentest entsprechend ihres staatlichen Auftrags zuallererst mit der Aufklärungsarbeit beschäftigen und Verbrauchern das richtige Wissen über die private Berufsunfähigkeitsversicherung vermitteln. Denn nahezu jeder Verbraucher hat die falsche Vorstellung bzw. Erwartung von diesem Produkt, bis es zum Leistungsfall kommt.

Die meisten Verbraucher glauben,

  • dass die private BU auf der zu niedrigen gesetzlichen Erwerbsminderungsrente aufbaut,
  • die BU bereits vorher, mindestens aber dann leistet, wenn eine gesetzliche Leistung bereits genehmigt wurde,
  • man zu 50% berufsunfähig ist, wenn statt 8 Stunden am Tag nur noch 4 Stunden gearbeitet werden kann,
  • man berufsunfähig ist, wenn man 6 Monate oder länger krankgeschrieben war.
"Das alles stimmt nicht!“


Erwerbsminderung, Berufsunfähigkeit, Erwerbsunfähigkeit und Co. - die Begriffsbestimmung.

Die gesetzliche Erwerbminderungsrente: In der gesetzlichen Rentenversicherung, der zum überwiegenden Anteil Arbeitnehmer angehören, wird eine durch Krankheit oder Unfall bedingte Einschränkung der Arbeitskraft als Erwerbsminderung bezeichnet. Versicherte haben Anspruch auf eine Rente wegen Erwerbsminderung, sofern sie eine Wartezeit von 5 Jahren erfüllt haben. Bei unfallbedingter Erwerbsminderung entfällt die Wartezeit, ebenso wie bei einer anerkannten Berufskrankheit. Es wird unterschieden zwischen teilweiser und voller Erwerbsminderung. Der Anspruch ist abhängig von der ärztlich festgestellten Leistungsfähigkeit in Stunden. Wer nur noch unter 3 Stunden täglich arbeiten kann, erhält die volle Erwerbsminderungsrente (früher Erwerbsunfähigkeitsrente). Kann man noch zwischen 3 und 6 Stunden täglich arbeiten, erhält man die halbe Erwerbsminderungsrente (früher Berufsunfähigkeitsrente).

Schon im Jahr 2001 hat die Rente wegen teilweiser und voller Erwerbsminderung das seitherige System, das zwischen Renten wegen Berufs- und Erwerbsunfähigkeit unterschied, abgelöst. Zum gleichen Zeitpunkt erfolgte die Abkehr von der strittigen Betrachtungsweise der prozentualen Einschränkung des Leistungsvermögens hin zur einfacheren Betrachtung des Leistungsvermögens in Stunden. Der zuletzt ausgeübte Beruf bleibt bei der Betrachtung allerdings seither ohne Berücksichtigung. Die Rente wegen Berufsunfähigkeit war seinerzeit zunehmend in die Kritik geraten, da sie sich zu einer Prestigerente für Versicherte mit besonderer Qualifikation in herausgehobenen Positionen entwickelt hat. Die durchschnittlich gezahlte Rente wegen voller Erwerbsminderung liegt heute unter 700 Euro. Bei teilweiser Erwerbsminderung wird die Hälfte der Rente gezahlt.

Die private Berufsunfähigkeitsversicherung: Im Gegensatz zur gesetzlichen Betrachtungsweise der Leistungsfähigkeit in Stunden, wird in der privaten Berufsunfähigkeitsversicherung ein Anspruch von der prozentualen (i.d.R. 50%igen über mindestens 6 Monate andauernden) Leistungseinschränkung im zuletzt ausgeübten Beruf abhängig gemacht. Durch diese unterschiedlichen Betrachtungsweisen ist es an der Tagesordnung, dass eine Berufsunfähigkeit durch den privaten Versicherer nicht anerkannt wird, obwohl der Versicherte von Seiten der gesetzlichen Rentenversicherung bereits eine Rente wegen voller Erwerbsminderung erhält, also überhaupt keiner Tätigkeit mehr nachgehen kann. Zahlreiche Anfrage von enttäuschten Versicherten hier im Forum bestätigen dies.

Ein weiterer Kritikpunkt an den privaten BU-Versicherern ist die Blockadehaltung gegenüber Berufsgruppen, die aufgrund ihres beruflichen Risikos am dringendsten eine zusätzliche Absicherung benötigen. Die Einteilung in unterschiedliche Berufsgruppen hat zufolge, dass körperlich Tätige sich das Produkt finanziell kaum erlauben können.

So bewegen sich die Beiträge für einen 30jährigen Dachdecker, der eine monatlich Rente von 800 Euro bis zum 67. Lebensjahr absichern möchte, in einer Beitragsspanne zwischen 125 und 370 Euro monatlich! Ein Diplom- Ingenieur würde diesen Schutz bereits ab 30 Euro bekommen. An diesem Beispiel erkennt man auch als Versicherungslaie, dass der private Versicherungsmarkt sich auf bestimmte Zielgruppen konzentriert.

Der Gesundheitscheck vor Vertragsabschluss ist hart. Bestehende Leiden werden konsequent vom Versicherungsschutz ausgeschlossen, mit hohen Zuschlägen belegt oder gar abgelehnt. Bei ehrlicher Beantwortung der Gesundheitsfragen ist uneingeschränkter Versicherungsschutz kaum umsetzbar. Wer schummelt und Angaben unter den Tisch fallen lässt, droht im Leistungsfall leer auszugehen, denn noch 10 Jahre nach Vertragsschluss kann der Versicherer den Rücktritt vom Vertrag wegen Verletzung der vorvertraglichen Anzeigepflicht erklären.

Berufsgruppen wie Selbständige oder Freiberufler, die in der Regel keinen oder aber den Schutz eines berufsständigen Versorgungswerks haben, wird durch einen Blick in die Versicherungsbedingungen klar, dass ein Durchsetzen des Anspruchs gegenüber dem privaten BU-Versicherer zusätzlich erschwert wird. Die Überprüfung der möglichen Umorganisation des Betriebs/Arbeitsplatzes zur Vermeidung einer Berufsunfähigkeit ist fester Bestandteil bei der Leistungsprüfung durch den Versicherer. Bei Selbstständigen ist diese Prüfung obligatorisch, allerdings je nach Anbieter auch bei Arbeitnehmern möglich.

Auch die Personengruppen der Teilzeitkräfte und Hausfrauen bzw. -männer haben es unverhältnismäßig schwer, einen BU-Anspruch durchzusetzen.

Die private Erwerbsunfähigkeitsversicherung: Die private Erwerbsunfähigkeitsversicherung ist der gesetzlichen Erwerbsminderungsrente am ähnlichsten. Auch hier ist ein Anspruch abhängig von der ärztlich festgestellten Leistungsfähigkeit in Stunden. Gute private Erwerbsunfähigkeitsversicherungen orientieren sich an der 3 Stundenregel der gesetzlichen Rentenversicherung. Im Gegensatz zur prozentualen Prüfung der BU-Versicherung dürfte es dem Versicherer hier im Leistungsfall deutlich schwerer fallen, einen Anspruch abzuwehren, den die gesetzliche Rentenversicherung bereits bestätigt hat.

Der 30jährige Dachdecker kann eine monatliche Rente von 800 Euro bis zum 67. Lebensjahr für unter 50 Euro absichern. Die Gesundheitsprüfung ähnelt der BU-Versicherung, wobei es einen Anbieter am Markt gibt, der auf eine ausführliche Gesundheitsprüfung verzichtet und Versicherungsschutz ohne Einschränkungen nach Ablauf einer Wartezeit von 5 Jahren bietet. Unfallbedingte Versicherungsfälle sind ab sofort abgesichert. Auch diese Regelung orientiert sich am gesetzlichen System.

Die private Erwerbsunfähigkeitsversicherung wird heute noch häufig von Beratern und Verbraucherverbänden als Alternative abgelehnt, da sie keinen Berufsschutz beinhaltet. Ein Blick auf die Statistik der gesetzlichen Rentenversicherung, die übrigens auch von der Versicherungswirtschaft für die Werbung der privaten BU-Versicherung herangezogen wird, lässt diese Kritik allerdings verpuffen. Der Großteil der jährlich ca. 180.000 gesetzlichen Erwerbsminderungsrenten wird wegen voller Erwerbsminderung anerkannt, was einer Arbeitsleistung von unter 3 Stunden am Tag, also einer Erwerbsunfähigkeit entspricht. Diese Entwicklung ist seit Jahren konstant und war ein weiterer Hintergrund für den Wegfall des Berufsschutzes in der gesetzlichen Rentenversicherung im Jahre 2001.

Schutz bei schwerer Erkrankung: Die nicht sehr weit verbreitete dread disease Versicherung ist eine durchaus interessante Absicherungsmöglichkeit. Hier erhält der Versicherte eine unabhängig vom Einkommen vorher vereinbarte Einmalzahlung (wie bei der Risikolebensversicherung) schon bei Eintritt einer von bis zu 50 versicherten schweren Krankheiten (Krebs, Herzinfarkt, Schlaganfall, Pflege…). Eine Zahlung erfolgt unabhängig von der Auswirkung auf die Berufs- oder Erwerbsfähigkeit ausschließlich aufgrund der ärztlichen Diagnose. Es sind also Krankheitsereignisse und nicht die daraus entstehenden Folgen abgesichert. Die ist eine interessante Alternative für alle, die sich langwierige Leistungsfallprüfungen nicht erlauben können und schnell Kapital benötigen.

Betrachtet man nur die Statistik der jährlichen Herzinfarkte, Schlaganfälle und Krebsneuerkrankungen der unter 64jährigen, stellt man auch hier fest, dass allein drei von 50 abgesicherten Krankheiten mehr Leistungsfälle ausmachen, als die Gesamtzahl der jährlich von der gesetzlichen Rentenversicherung anerkannten Erwerbsminderungsrenten, ganz zu schweigen von der Anzahl der jährlich anerkannten privaten Berufsunfähigkeitsrenten.

Fazit: Die private Berufsunfähigkeitsversicherung ist das einzige Produkt, mit dem man seinen individuellen Beruf absichern kann. Sie hat somit das theoretisch größte Leistungsspektrum, ist aber gleichzeitig das komplizierteste Produkt. Wer dieses Produkt abschließen möchte, sollte dies in jungen Jahren, bei kerngesundem Zustand, in Angriff nehmen. Werden aufgrund von Vorerkrankungen Leistungen beispielsweise für psychische und Rückenerkrankungen ausgeschlossen, ist der Versicherungsschutz weniger als die Hälfte wert, ohne dass sich der Beitrag für dieses Produkt reduziert.

Wer seine Leistungen der gesetzlichen Rentenversicherung bei voller Erwerbsminderung ergänzen will oder das BU-Produkt aus finanziellen bzw. gesundheitlichen Gründen nicht abschließen kann, sollte sich mit der privaten Erwerbsunfähigkeitsversicherung beschäftigen. Zusammen mit der dread disease Versicherung sind nahezu alle Eventualitäten abgesichert.

Wie komme ich zum richtigen Vertrag? Entgegen der Empfehlung von Stiftung Warentest möglichst viele Anträge zu stellen, empfiehlt unser BU-Experte die Risikovorabprüfung. Eine solche wird Gegensatz zu einem Antrag nicht im Hinweis und Informationssystem der Versicherer gespeichert. In Kooperation mit unserem Forum wird dieser Service hier kostenlos angeboten.

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