Checkliste Berufsunfähigkeitsversicherung für Existenzgründer:

Existenzgründer sollen gut geplant und durchstrukturiert sein. Zu so einem Plan gehört dann unter andrem die Absicherung der Arbeitskraft. Fällt diese aus, dann steht man dumm da. Ohne eigene Arbeitskraft lässt sich eine Existenz nicht aufbauen. Daher kann man überall lesen, wie wichtig gerade für diesen Personenkreis die Berufsunfähigkeitsversicherung ist.

Für Existenzgründer bieten die Versicherer extra Angebote an. Da man noch kein geregeltes Einkommen nachweisen kann, wird einem i.d.R. die Absicherung einer BU-Rente in Höhe von 1500.- Euro ohne Einkommensnachweis ermöglicht. Nach einigen Jahren wird dann geprüft, ob so eine hohe Rente weiter versichert bleiben kann. Die Krux - da man aber noch kein geregeltes Einkommen hat, kann man sich schwer so hoch versichern, denn das ist teurer. Zudem - wer hat schon den genialen Plan, der genau so, wie er erdacht und konzipiert wurde, abläuft? Bei welchem Existenzgründer geht das Konzept genau so auf, wie man es sich erträumt hat? Bei wohl fast keinem. Der Normalfall sind Rückschläge, Stolpersteine, Änderungen und Anpassungen, nötiges Durchhaltevermögen, nötige Flexibilität, für vieles offen sein! So, wie für einem Existenzgründer Flexibilität elementar ist, muss auch ein BU-Tarif für eine Existenzgründer flexibel sein, denn an der Tatsache, dass diese Versicherung wichtig ist, kann man leider nichts rütteln.

Anbei finden Sie eine Checkliste zum Ausdrucken. Diese ist als Hilfestellung bei der Suche nach dem richtigen Tarif gedacht. Arbeiten Sie diese Punkt für Punkt mit einem versierten Berater durch. (An der Gestaltung der Liste können sie bereits erkennen, dass ein versierter Berater nur einer sein kann, der Ihnen mehrere Tarife zum Vergleich anbieten kann.) Die Chancen sind dann sehr gut, dass Sie am Ende mit einem Abschluss belohnt werden, der Ihren Bedürfnissen entspricht.
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Daher folgende Tipps:

Lieber jetzt, da man noch gesund ist, niedriger versichern als es tatsächlich ausreicht, als gar nicht versichern. Man kann bei allen Tarifen eine Dynamik vereinbaren. Die lässt über die Jahre die BU-Rente (und natürlich auch die Beiträge) kontinuierlich anwachsen. Man kann die Dynamik immer zwei Jahre hintereinander wenn man will aussetzen. Setzt man allerdings drei Jahre in Folge aus, dann erlischt die Dynamik.

Bei einigen Tarifen gibt es die Möglichkeit bei einer entsprechenden Einkommenserhöhung die BU-Rente ohne erneute Gesundheitsprüfung zu erhöhen. Man spricht in diesem Fall von einer Nachversicherungsgarantie. Der Nachteil: Man ist an ein zeitliches Limit gebunden. Die Erhöhung muss innerhalb von 3 Monaten erfolgen. Da das Einkommen eines Selbständigen unregelmäßig ist, ist diese Option allerdings mit Vorsicht zu genießen.

Es gibt auch Tarife, die eine Erhöhung innerhalb eines bestimmten Zeitraumes ermögliche, meist bis zu 5 Jahre nach Vertragsabschluss. So etwas bieten z.B. die Alte Leipziger oder der Volkswohl Bund an. Sollten sich die Geschäfte gut entwickeln, dann können sie hier noch einmal ohne erneute Gesundheitsprüfung erhöhen.

Klären Sie im Vorfeld ab, welche Möglichkeiten bei Zahlungsschwierigkeiten geboten werden. Wichtig ist, dass der Vertrag stets bestehen bleibt und keine erneuten Gesundheitsprüfungen verlang werden können.

Schließen Sie Versicherungspolicen und Sparverträge getrennt ab. Sicherlich kann man sich eventuell bei Kombiprodukten wie z.B. einer Risikolebensversicherung mit Berufsunfähigkeitszusatzversicherung oder Rentenversicherung mit Berufsunfähigkeitszusatzversicherung ein bisschen etwas sparen. Leider ist man aber auch unflexibler, wenn es mal zu Zahlungsschwierigkeiten kommt. Des weiteren kann es passieren, dass man die Risikolebensversicherung gar nicht mehr braucht, die Berufsunfähigkeitsversicherung jedoch schon. Zusatzversicherungen können aber stets nur in Verbindung mit dem Hauptvertrag bestehen.

Achten Sie darauf, wie der Versicherer es im BU-Fall mit der Umorganisation des Arbeitsplatzes hält. Meist besteht eine Verpflichtung zur Umorganisation. Falls der Versicherungsfall eintritt, müssen sie Ihre Arbeitsstätte anders einrichten bzw. darlegen, dass eine Aufgabenumverteilung oder Einrichtungsänderung, die eine Weiterführung der Tätigkeit ermöglichen würde, nicht umsetzbar ist.

Als Selbständiger benötigen Sie eine private Krankenversicherung. Dort wird dann in der Regel auch das Krankentagegeld mitversichert. Einige Krankenversicherer fordern bereits gezahltes Krankentagegeld wieder zurück, wenn sich herausstellt, dass es sich um Berufsunfähigkeit handelt. Klären Sie daher mit Ihrem Krankenversicherer ab, ob er im Falle einer BU bereits geleistete Gelder zurückfordert. Einige Versicherer (z.B. die Continentale oder die Nürnberger Versicherung) bieten bei Abschluss der Krankenversicherung und der Berufsunfähigkeitsversicherung in einem Hause an, dass bei Feststellung der BU das Krankentagegeld dann eingestellt wird und dann die BU-Rente gezahlt wird. So ist man für jeden Fall abgesichert und es kann nicht passieren, dass sowohl die Krankenversicherung als auch der BU-Versicherer die Leistung verweigern. Der Krankenversicherer, weil er sagt, das ist BU, der BU-Versicherer, weil er sagt, nein, das ist noch keine BU, da muss die Krankenversicherung zahlen.

Wenn Sie sich in einem sog. „Freien Beruf“ selbständig machen, gibt es die Möglichkeit, sich über die Künstlersozialkasse zu versichern und so dann auch Anspruch auf die gesetzliche Erwerbsminderungsrente zu erwerben. Hier gilt aber natürlich auch, dass die gesetzliche Erwerbsminderungsrente kaum als Absicherung ausreichend ist.

Fragen Sie nach einen Angebot für einen sog. „Technisch einjährigen Tarif“. Was ist das: Mit zunehmenden Alter steigt das Risiko einer BU. Daher ist der Versicherungsschutz bis zu einem Endalter 65 z.B. auch teurer als bis zu einem Endalter 59. Die Versicherungen errechnen mit einer Mischkalkulation einen Beitrag, der für die gesamte Vertragslaufzeit gleich ist. Bei einer technisch einjährigen Versicherung ist man in jungen Jahren günstiger versichert und mit steigendem Alter steigt dann das Risiko und somit auch die zu zahlenden Beiträge. Das kann eine interessante Alternative zu den „normalen“ Tarifen darstellen, da es dem Lebenszyklus besser gerecht wird.