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AZUBI - welche/r Tarif/Berufsunfähigkeitsversicherung?


In Kategorie: Fragen Forum


von: pepe811 am: 23.07.2009 - 18:41 Uhr
(Beitrag bzw. Frage wurde 2472 mal gelesen)


Hallo,
ich suche eine BU Versicherung für meine Tochter die jetzt eine Ausbildung zur Tierarzthelferin beginnt.
Ich habe auch schon mit 3 Versicherunsmaklern gesprochen, nur sagt mir jeden von denen was anderes....
Nun mein Frage:
Wie hoch kann ich eine Versicherung abschließen bei der nur 400 € netto verdient werden?
2 Vertreter haben mir 1000€ Rente geraten, was nach Meinung des 3. gar nicht geht, bei dem niederigen Verdienst...

Am besten beraten hat nach meiner Meinung ein Direktversicherer, der mir ein Angebot über folgendes machte:
500€ Rente, Steigerung des Beitrags nach den ersten 5 und 10 Jahren,Verzicht auf abstrakte Verweisung, Anpassung an veränderte Lebenssituation ohne erneute Gesundheitsprüfung,5% Dynamik.

Für mich hört sich das ganz gut an, oder fehlt noch was wichtiges?

Viele Grüße
Pepe




Antwort: Wegweiser-Berufsunfähigkeitsversicherung am 28.07.2009 - 09:38 Uhr :
Wegweiser-Berufsunfähigkeitsversicherung (752)
Freibadstrasse 14
81543 München
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Hallo!

Ich frag hier einfach mal – haben Sie mit Maklern oder mit Vertretern gesprochen? In der Regel ist ein Makler ein guter Ansprechpartner, da dieser nicht nur eine, zwei oder drei Versicherungen vertritt, sondern unabhängig aus allen möglichen Tarifen etwas passendes für Sie heraussuchen kann. Daher bin ich über Ihre Aussage etwas verwundert. (Ein Versicherungsberater ist dann noch unabhängiger, wenn man so will, da dieser einen Stundensatz verrechnet, also keine Provisionen von Versicherungen erhält und somit davon auch noch unbelastet beraten kann.)

Eine ganz gute Maklersuche finden Sie übrigens auf den Seiten von Franke und Bornberg. Vielleicht werden Sie dort besser fündig.

Zur Frage, wie hoch kann man die Versicherung abschließen.
Es ist natürlich richtig, dass man in der Ausbildung wenig verdient und mit dieser Situation gehen die Versicherungen z.T. recht unterschiedlich um.

Eine allzu hohe Berufsunfähigkeitsrente werden Sie alle nicht anbieten, ich kann mir vorstellen, dass 1000.- wirklich das Maximum ist, das zu kriegen ist. Und das dann wohl nur verklauselt, da es ja dem realen Einkommen noch nicht entspricht.

Wichtig ist halt, dass der Vertrag eine gewisse Flexibilität ermöglicht. Schließlich hat er eine lange Laufzeit und so muss er auf Veränderungen im Leben eingehen.
Wichtige Punkte wären z.B.:
• Nachversicherungsgarantien: gut, wenn diese nicht extra an das Eintreten von bestimmten Bedingungen gekoppelt sind. Bei machen Verträgen, darf man z.B. einfach die ersten 5 Vertragsjahr die Berufsunfähigkeitsrente noch ohne erneute Gesundheitsprüfung erhöhen. Wenn diese an Bedingungen gekoppelt ist, ist das zwar noch besser als gar keine. Es ist allerdings in der Realität häufig so, dass die veränderten Lebensbedingungen nicht sofort eine Veränderung der finanziellen Mittel mit sich bringt. Die Berufsunfähigkeitsrente darf man dann aber immer nur für einige Monate erhöhen. Das hat zur Folge, dass diese Nachversicherungsgarantien sich zwar schön lesen, aber eigentlich relativ selten genutzt werden.
• Dynamik: Kann man gezielt einsetzen, zum Anwachsen der Berufsunfähigkeitsrente. Wenn man einen recht hohen Dynamiksatz wählen kann, kann man erst mal eine niedrige Rente vereinbaren und diese dann über die Jahre kräftig anwachsen lassen. Man muss ja in erster Linie deshalb den Vertrag so früh wie möglich abschließen, weil man in jungen Jahren noch gesund ist (nicht weil das Risiko einer Berufsunfähigkeit in jungen Jahren größer wäre).
• Was passiert, wenn man mal die Beiträge eine zeitlang nicht bezahlen könnte? Welche Möglichkeiten werden dann geboten. Wichtig ist, dass man nicht gezwungen wird, den Vertrag beitragsfrei zu stellen oder sogar zu kündigen. Es soll schon Möglichkeiten (Stundung, Aussetzen, Herabsetzen der Rente) geben, der Versicherungsschutz zu behalten. Erlischt er mal, bekommt man mit höherem Alter ggf. keinen mehr. (Aus diesem Grund ist oft eine selbständige Berufsunfähigkeitsversicherung eine gute Sache. Bei Zusatzversicherung ist der Hauptvertrag eine Lebens- oder Rentenversicherung. Das ergibt sehr hohe Beiträge und kann man die nicht mehr bezahlen und muss kündigen, dann kann die Zusatzversicherung nicht gesondert weiterlaufen. Es erlischt dann der gesamte Vertrag.)
• Gut ist natürlich, wenn für AZUBIS keine besonderen Klauseln gelten. Viele Tarife bieten für die Zeit der Ausbildung dann eine Erwerbsunfähigkeitsklausel. Das bedeutet, dass für die Zeit, in der diese Klausel gilt, nur Schutz gegen Erwerbsunfähigkeit, nicht gegen Berufsunfähigkeit gilt. Ist aber meiner Ansicht nach vertretbar, wenn diese automatisch spätestens mit Abschluss der Ausbildung erlischt.
• Gut ist auch, wenn es die Möglichkeit gäbe, ggf. ohne erneute Gesundheitsprüfung in eine günstiger Berufsgruppe wechseln zu können. Wenn sich Ihre Tochter noch weiterbildet, fällt sie vielleicht in einigen Jahren in eine günstigere Berufsgruppe und müsste weniger Beiträge leisten. (Ich glaub, so was gibt es aber leider gar nicht.)
• Da es sich bei Ihren Kind um eine Tochter handelt, wäre auch der Punkt „längeres Ausscheiden aus dem Beruf“ interessant, da sie ja vielleicht mal ein Kind (oder sogar mehrere Kinder) bekommt. Gut ist es, wenn bis zu 3 Jahre lang auch ohne Ausüben des versicherten Berufes dieser weiterversichert ist.


Der Punkt mit dem Verzicht auf die abstrakte Verweisung ist das A und O. Doch auch hier gibt es Unterschiede. Wird z.B. im Nachprüfverfahren genauso verzichtet wie im Erstprüfverfahren? Wie ist es nach einem Berufswechsel? Muss der „neue“ Beruf dann erst eine bestimmte Dauer ausgeübt werden, damit der Verzicht gilt? Hier also auch genau die Tarifbedingungen erklären lassen.


Fazit:
Einen Makler oder Versicherungsberater aufsuchen, der sich mit dem Thema wirklich auskennt und Sie umfangreich beraten kann. Man muss sich schon viele, viele Tarife genau ansehen, um die herauszufiltern, die für Azubis eine wirklich gute Lösung darstellen.


MfG
admin

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