Berufsunfähigkeitsversicherung für Meister

Die zu zahlenden Beiträge einer Berufsunfähigkeitsversicherung ergeben sich unter anderem durch die Zuordnung zu einer bestimmten Risiko- bzw. Berufsgruppe. Je mehr jemand körperlich tätig ist, umso höher ist im Normalfall das Risiko berufsunfähig zu werden und umso höher sind somit die zu zahlenden Beiträge. So zahlt z.B. ein Bauingenieur wesentlich weniger Beiträge als ein Maurer.

Bei Meistern ist es so, dass diese erst einmal der Berufsgruppe des jeweiligen Lehrberufes zugeordnet werden. Ist jemand z.B. Schreinermeister, wird er der Berufsgruppe der Schreiner zugeordnet, ist jemand ein Bäckermeister, wird er der Berufsgruppe der Bäcker zugeordnet. Nun ist es aber so, dass Meister nach ihrer Weiterbildung in vielen Fällen nicht mehr so hart körperlich arbeiten als vorher als Geselle. Das Risiko einer Berufsunfähigkeit hat sich reduziert. Es gibt Versicherer, die dies berücksichtigen. Daher sollte man bei Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung unbedingt angeben, dass man den Meistertitel erworben hat.

Die einzelnen Versicherer gehen unterschiedlich mit dieser Information um. Für einige hat diese Information keine Relevanz. Es gibt jedoch Versicherer, die Meister aufgrund ihrer erworbenen Qualifizierungen automatisch in eine bessere und somit günstigere Berufsgruppe einordnen. Und dann gibt es noch Versicherer, die ein individuelles Tätigkeitsprofil erstellen lassen, um dann entsprechend dem Profil den Antragsteller einer bestimmten Berufsgruppe zuordnen. Erstellt wird dieses Tätigkeitsprofil ganz einfach durch einen kurzen Fragebogen. Dort findet man Fragen wie: „Wie viele Stunden arbeiten Sie täglich sitzend am Schreibtisch?“ oder „Sind Sie im Außendienst tätig?“ oder „Beinhaltet Ihre Tätigkeit Arbeiten in gebückter Haltung?“.

Da die Zuordnung zu einer bestimmten Berufsgruppe enorme Unterschiede bei den zu zahlenden Beiträge ergibt, ist es wichtig, sich umfangreich und neutral von einem Fachmann beraten zu lassen, der aus der Fülle der am Markt befindlichen Tarife das richtige heraussuchen kann. Die Einsparungen gehen hier über die Jahre durchaus in die Tausende.

Weiterführende Informationen zu den Ursachen für Berufsunfähigkeit finden Sie hier.

Ein nachträgliches Ändern der Berufsgruppenzuordnung ist leider meist schwierig. Angenommen man hat bereits eine Berufsunfähigkeitsversicherung und möchte nun nach erfolgreicher Meisterprüfung in eine Berufsgruppe mit günstigeren Beiträgen wechseln, dann geht dies im Normalfall nur über einen Neuvertrag mit neuer Antragsprüfung und neuer Gesundheitsprüfung.

Dennoch gibt es an folgender Aussage nichts zu rütteln: Die Berufsunfähigkeitsversicherung muss man so früh wie möglich abschließen. Der Grund ist die strenge Gesundheitsprüfung. Also nicht warten, bis man alle angestrebten Ausbildungsziele erreicht hat. Denn es kann durchaus sein, dass einem dann keine normale Annahme (ohne Risikozuschläge oder Ausschlüsse) mehr möglich ist. Und sollte man komplett gesund sein, kann man immer noch einen neuen Abschluss wagen.