Checkliste Berufsunfähigkeitsversicherung für Akademiker

Das Erwerbseinkommen ist die Grundlage unseres Lebensstandards. Fällt es weg, bleibt nur der Weg zum Sozialamt. Dennoch versichern in Deutschland immer noch sehr wenige den Wegfall dieses elementaren Einkommens. Eine private Arbeitslosenversicherung wäre unsinnig und gibt es daher auch nicht. Man kann sich jedoch gegen die Folgen einer Invalidität absichern. Die Invalidität, meist verursacht durch Krankheit, führt im dazu, dass man seinem Beruf nicht mehr nachgehen kann. Im Extremfall kann man gar keiner Erwerbstätigkeit mehr nachgehen. Tritt dieser Fall ein, ist man über die gesetzliche Rentenversicherung nur unzureichend abgesichert. Die durchschnittlich gezahlten Erwerbsminderungsrenten sind mit knapp 600 Euro monatlich so niedrig, dass die Betroffenen zusätzlich Grundsicherung beantragen müssen. Das Risiko, keiner Erwerbsarbeit mehr nachgehen zu können ist daher ein elementares und sollte vorrangig abgesichert werden. Da der Grund meist eine Krankheit ist und kein Unfall, sollte man sich mit der Berufsunfähigkeit beschäftigen. Diese leistet sowohl bei Krankheit als auch bei Unfall (eine private Unfallversicherung leistet nur bei Invalidität als Folge eines Unfalls) leistet.

In Deutschland besitzen deutlich mehr Menschen eine Unfallversicherung, als eine Berufs- oder Erwerbsunfähigkeitsversicherung. Klar, diese Police ist günstiger. Das Risiko einer Invalidität aufgrund eines Unfalls ist allerdings zum Glück sehr gering. In der Jugend und danach wieder ab einem Alter von 65 besteht tatsächlicher Versicherungsbedarf durch die Unfallversicherung. Das Risiko zu erkranken übersteigt das des Unfalles um ein vielfaches. Man muss daher leider feststellen, dass in Deutschland eine Vielzahl von Menschen falsch versichert ist.

Seit der Rentenreform im Jahr 2001 wurden die gesetzlichen Leistungen bei Erwerbsminderung verändert. Es gibt seit diesem Zeitpunkt keinen Berufsschutz mehr. Der Staat stellt eine Grundversorgung in Form einer Erwerbsminderungsrente zur Verfügung. Es ist nicht seine Aufgabe, einen bestimmten Berufs- oder Karrierestatus, der aufgrund eines höheren Einkommens erlangt wurde, zu erhalten. Dies bedeutet: Je höher das Einkommen ist, umso höhere Einkommensverluste sind abzusichern. Viele Akademiker, die durchaus die finanziellen Mittel hätten, sich abzusichern, tun dies jedoch nicht. Das Risiko keine finanziellen Mittel mehr zu haben und von Freunden, Verwandten oder vom Staat abhängig zu sein ist kein reizvoller Gedanke.

Eine Arbeitskraftabsicherung ist wichtig von der Ausbildung bis zum Eintritt des Rentenalters. Aber – vollständigen Versicherungsschutz erhalte ich nur, wenn ich kerngesund bin und das bin ich meistens noch während der Ausbildung. Meist auch noch bei Berufseinstieg. Man sollte also so früh wie nur möglich einen Abschluss tätigen. Für Akademiker bedeutet das – am besten während, spätestens am Ende des Studiums!

Wenn die Notwendigkeit einer Absicherung klar auf der Hand liegt, warum wird trotzdem nicht rechtzeitig gehandelt? Dafür gib es mehrere Gründe:

  • Schwierige Risikoeinschätzung: Betrachtet werden muss die Möglichkeit eines Schadens (Eintrittswahrscheinlichkeit) und die Höhe des Schadens. Wer im Bekannten- oder Verwandtenkreis kein konkretes Beispiel findet, tut sich schwer mit der realistischen Risikoeinschätzung. Die Möglichkeit des Schadens wird häufig unterschätzt. Wird diese dann noch ausgeschlossen, wird die Höhe natürlich nicht mehr überdacht. Über die Medien wird das Risiko der Berufsunfähigkeit oft thematisiert. Es ist allerdings in vielen Köpfen nur abstrakt nachvollziehbar. Die Auseinandersetzung mit dem Thema findet häufig weder im sozialen Umfeld noch aus Eigeninitiative heraus statt. Erst wenn Beschwerden am eigenen Körper auftreten, wird man sich des Risikos bewusst. Oft ist dann kein Abschluss mehr möglich.
  • Fehleinschätzung der eigenen Fähigkeiten und der eigenen Gesundheit: So lange man jung ist, kann man vieles leisten. Aber wie sieht die Situation aus, wenn man krank wird, psychische Probleme hat? Das sind Vorstellungen, die der aktuellen, realen Situation eines Gesunden jungen Menschen sicher fern sind. Eine Einschätzung ist kaum möglich. Fehleinschätzungen wie: „Mit meiner Ausbildung kann ich immer irgendwas arbeiten“ sind normal. Das ist eine klassische „Kontrollillusion“. Ein junger Mensch überschätzt seine Kontrollfähigkeiten bei gesundheitlichen Problemen. Der Mensch neigt dazu, das Risiko einer Erkrankung bei sich selbst immer geringer einzuschätzen, als bei anderen. Ein Raucher sieht z.B. durchaus das Risiko einer Brustkrebserkrankung, geht aber davon aus, dass er selbst nicht betroffen sein wird. Leider zeichnet die Realität ein anderes Bild.
  • Hedonistischer Lebensstil: Wenn sich Studenten mit dem Thema BU befassen, ist Ihnen die Wichtigkeit einer Absicherung durchaus bewusst. Da aber oft nur geringe finanzielle Mittel zur Verfügung stehen, wird der Abschluss auf spätere Zeiten vertagt. Man braucht das überschaubare Budget für Reisen, ein Auto, zum Ausgehen oder sonstige Dinge, die für das junge Leben von großer Bedeutung und auch wichtig sind. Eine BU kostet Geld und bedeutet Konsumverzicht in Höhe der Beiträge für diese Versicherung. Daher bleibt der Abschluss oft aus. Dabei möchten die meisten irgendwann einmal eine Familie gründen und spätestens dann auch abgesichert sein. Das Dumme bei der BU ist, dass man dann meist schon ein Alter bzw. Gesundheitszustand hat, der den uneingeschränkten Abschluss nicht mehr zulässt.
  • In Deutschland besteht die Tradition der Absicherung von Gegenständen. Klar ist, dass man ein neues KFZ Vollkasko versichern muss. Dabei ist der finanzielle Schaden eines KFZ-Totalschadens weit geringer als der Wegfall des Erwerbseinkommens. Auch der Abschluss einer Hausratversicherung scheint vielen Menschen besonders wichtig, weil sämtliche Gegenstände, die ein Eigentum darstellen, abgesichert sind. Viele dieser Menschen besitzen aber tatsächlich keine private Haftpflichtversicherung. Während der eigene Hausrat meist einen Wert von ein paar Tausend Euro hat, können Haftpflichtansprüche in die Millionen gehen.
  • Fehlende Motivation: Man muss ein Risiko erst einmal wahrnehmen, um einen Antrieb zu entwickeln, sich über ein Thema zu informieren. Sicherlich wird überall darauf hingewiesen, dass die Arbeitskraftabsicherung wichtig ist. Solange man aber gesund ist und zudem noch 1000 andere „wichtige“ Dinge zu erledigen hat, ist der Antrieb, sich mit dem Thema zu beschäftigen einfach nicht da. Das ist nachvollziehbar.
  • Versicherungslaie: Man hat sich mit dem trockenen und negativ besetztem Thema Versicherungen bisher kaum auseinandergesetzt. Vielleicht hat man schon eine eigene Haftpflichtversicherung abgeschlossen, aber das Thema lief bisher immer über die Eltern. Die ersten Abschlüsse sind die schwierigsten. Das Wissen über wichtige und unwichtige Versicherungen ist häufig gering und erschwert eine Beurteilung, die einen Abschluss innerlich rechtfertigt. Da der finanzielle Aufwand beispielsweise für eine BU nicht ganz geringfügig ist, muss die innerliche Überzeugung für die Absicherung vorhanden sein. Eine der ersten Versicherungen, die man abschließen muss ist also gleichzeitig eines der komplexesten Produkte am Versicherungsmarkt überhaupt.
  • Genaue Zieldefinition ist nötig: Um sich mit einer komplizierten und komplexen Sache auseinanderzusetzen, muss man sich ein Ziel setzen. Dieses heißt in unserem Fall: Der erfolgreiche Abschluss einer Arbeitskraftabsicherung. Nur wer sich dieses Ziel auch definitiv setzt, kann es erreichen. Es ist also wichtig, sich alle bisher gesammelten Vorbehalte aus dem Weg zu räumen. Dann könnt Ihr das Vorhaben starten und mit Hilfe eines Experten nach dem richtigen Produkt suchen.

Diese Ausführungen zeigen, dass rationales, vernünftiges Handeln schwer durchzuziehen ist. Es gibt Dinge, die sollte man nach dem Gefühl entscheiden, andere wiederum sollte man mit Vernunft angehen. Beim Abschluss von Versicherungen ist die Vernunft gefragt.

Heutzutage gibt es verschiedene Produkte zur Absicherung der Arbeitskraft. Hierzu gehören die bekannte Berufs- und Erwerbsunfähigkeitsversicherung, die Grundfähigkeiten- und schwere Krankheitenversicherung oder auch sogenannte Körperschutzpolicen. Hier im Forum könnt Ihr kostenlose Angebote und Vergleiche anfordern, die ausschließlich von langjährigen Experten in diesem Bereich, unter Berücksichtigung Eurer persönlichen Situation erstellt werden.

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